Au-Pair und einsam? Was in den ersten Wochen wirklich hilft

AuPairMatch
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Kulturelle Tipps
A thoughtful woman gazing outside while sitting by a window with a pillow.

Photo: Andrea Piacquadio / Pexels

Einsamkeit in den ersten Wochen als Au-Pair ist der Normalfall, nicht die Ausnahme. Sie geht bei den meisten nach sechs bis acht Wochen zurück — vorausgesetzt, du wartest sie nicht ab, sondern gehst aktiv auf andere zu. Der wirksamste Schritt sind Kontakte zu Gleichaltrigen, die gerade dasselbe erleben.

Es redet nur selten jemand darüber. In den Erfahrungsberichten auf Au-Pair-Portalen steht es trotzdem: eine junge Frau, die einen Monat lang außer einem weiteren Au-Pair niemanden kannte. Eine andere, die nach zehn Tagen wieder nach Hause flog. Das Problem ist bekannt — es wird nur selten benannt.

Warum es gerade am Anfang so hart ist

Zu Hause ist dein soziales Leben gewachsen — über Schule, Nachbarschaft, Verein, Jahre. Es fühlt sich selbstverständlich an, weil du nie erlebt hast, wie es entsteht. Am neuen Ort musst du genau das in Wochen nachbauen, in einer Sprache, die du noch nicht sicher sprichst.

Dazu kommt eine Besonderheit des Au-Pair-Lebens: Du wohnst mitten in einem Familienleben, das nicht deins ist. Du bist nie wirklich allein — und trotzdem allein. Das ist etwas anderes als eine leere Wohnung, und deshalb greifen die üblichen Ratschläge oft nicht.

Und der Rhythmus passt nicht: Du hast dienstags um 15 Uhr frei, deine potenziellen Freunde arbeiten oder studieren. Genau deshalb sind andere Au-Pairs so wertvoll — ihr Kalender sieht aus wie deiner.

Was konkret hilft

1

Such Menschen mit demselben Kalender

Andere Au-Pairs sind am Nachmittag frei, kennen niemanden und suchen dasselbe. Auf AuPairMatch siehst du kostenlos, wer in der Nähe deiner Gastfamilie ist — und wer in den nächsten Wochen dazukommt. Mit den Neuankömmlingen fängst du gemeinsam an, statt in eine fertige Gruppe einzusteigen.

2

Verlass das Haus, bevor du weißt, wozu

An schlechten Tagen ist die Hürde am höchsten und der Effekt am größten. Ein Spaziergang, ein Café, die Bibliothek. Es geht nicht darum, dort jemanden zu treffen — es geht darum, den Tag nicht im Zimmer enden zu lassen.

3

Sag deiner Gastfamilie, wie es dir geht

Viele Gastfamilien merken es nicht, weil du bei den Kindern fröhlich bist. Ein Satz beim Abendessen reicht: „Ich tu mich gerade schwer, Leute kennenzulernen.“ Die meisten helfen sofort — sie kennen andere Familien mit Au-Pair und stellen den Kontakt her, wenn sie wissen, dass es nötig ist.

4

Setz dir eine Zwei-Kontakte-Woche

Nicht „Freunde finden“ — das ist zu groß und lässt sich nicht abhaken. Sondern: diese Woche zwei Menschen ansprechen. Im Sprachkurs, im Park, in der Gruppe. Zwei pro Woche sind nach zwei Monaten sechzehn Versuche, und aus sechzehn Versuchen wird verlässlich etwas.

5

Begrenz die Anrufe nach Hause

Kontakt halten hilft. Jeden Abend zwei Stunden telefonieren hält dich mit dem Kopf zu Hause und macht das Ankommen schwerer. Feste Zeiten sind besser als ständige Erreichbarkeit — für dich und für die zu Hause.

Woran du merkst, dass es kippt

Wenn du seit über zwei Wochen die meiste freie Zeit im Zimmer verbringst, Einladungen absagst, schlecht schläfst oder morgens keinen Grund findest aufzustehen, ist das mehr als Eingewöhnung. Sprich mit deiner Gastfamilie, mit jemandem zu Hause und, wenn es länger anhält, mit einer Ärztin. Das ist kein Scheitern und kein Grund, still durchzuhalten.

Was du dir sparen kannst

Der Vergleich mit Instagram. Andere Au-Pairs posten den Ausflug, nicht den Sonntagnachmittag allein im Zimmer. Du siehst ihre besten Stunden neben deinen durchschnittlichen — das geht nicht gut aus.

Das Gefühl, versagt zu haben. Nach vier Wochen niemanden zu kennen, heißt nicht, dass mit dir etwas nicht stimmt. Es heißt, dass vier Wochen kurz sind.

Sofort abbrechen. Wenn nach zwei Monaten nichts besser wird, ist Gehen eine legitime Entscheidung. In den ersten Wochen ist es fast immer zu früh — die meisten, die durchhalten, beschreiben Monat drei als den, in dem es gekippt ist.

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