Was kostet ein Au-Pair-Jahr wirklich? Die volle Rechnung

AuPairMatch
6 Min. Lesezeit
Ratgeber für Familien
Woman sitting on bed reading documents with laptop, highlighting home office setting.

Photo: cottonbro studio / Pexels

Ein Au-Pair-Jahr in Deutschland kostet die meisten Gastfamilien all-in rund 8.000–11.000 € pro Jahr — je nach Region, Verpflegung und einmaligen Kosten. Das ist deutlich mehr als die oft zitierten „280 € Taschengeld“, aber meist immer noch günstiger als ein Vollzeit-Kitaplatz oder eine Nanny.

Wir haben bereits ausführlich über die monatlichen Kosten geschrieben. Dieser Guide ergänzt das Bild um die Jahressicht — und vor allem um die einmaligen und gelegentlichen Posten, die in keiner Monatsrechnung auftauchen, am Jahresende aber sehr wohl zu Buche schlagen. Ehrlich gerechnet, ohne schöngerechnete Zahlen.

Die ehrliche Jahresrechnung im Überblick

Es hilft, zwischen zwei Arten von Kosten zu unterscheiden: den monatlich wiederkehrenden Posten (die du dir leicht hochrechnen kannst) und den einmaligen oder gelegentlichen Posten (die gern übersehen werden). Die folgende Tabelle zeigt typische Größenordnungen für ein volles Jahr — die tatsächlichen Zahlen schwanken je nach Familie erheblich.

PostenPro Jahr (ca.)Art
Taschengeld (280 € × 12)3.360 €Monatlich
Sprachkurs-Zuschuss (ab 70 € × 12)ab 840 €Monatlich
Versicherung (ca. 45 € × 12)ca. 540 €Monatlich
Verpflegung / Vollpension1.800–3.600 €Monatlich
ÖPNV-Ticket / Mobilität0–700 €Monatlich
Anreise / Flug-Zuschuss100–600 €Einmalig
Willkommens- & Einrichtungskosten Zimmer100–500 €Einmalig
Vermittlungs- / Plattformkosten0–1.000 €Einmalig
Urlaubsreisen mit der Familie0–800 €Gelegentlich
Geschenke, Feiertage, Extras100–400 €Gelegentlich

Zählt man die Bandbreiten zusammen, landet man grob bei 8.000–11.000 € pro Jahr — wobei Verpflegung und Unterkunft die größten und am stärksten schwankenden Posten sind. Wer im Eigenheim mit ohnehin freiem Zimmer rechnet, sieht hier nur die Mehrkosten; wer das Zimmer separat bewerten würde, kommt höher. Wichtig: Behandle das nicht als Festpreis, sondern als Orientierung.

Die Posten, die in keiner Monatsrechnung stehen

Die wiederkehrenden Kosten sind den meisten Familien bewusst. Die folgenden einmaligen und gelegentlichen Posten überraschen dagegen oft:

  • Anreise: Bei vielen Programmen beteiligt sich die Familie an der An- oder Abreise — als pauschaler Flug-Zuschuss oder hälftige Teilung.
  • Zimmer einrichten: Ein eigenes, möbliertes Zimmer ist Pflicht. Wer kein fertiges Gästezimmer hat, investiert einmalig in Bett, Schrank, Lampe oder Vorhänge.
  • Vermittlung: Klassische Agenturen verlangen Vermittlungsgebühren; manche Plattformen sind kostenlos oder günstiger. Diese Spanne ist groß.
  • Gemeinsamer Urlaub: Reist das Au-Pair im Urlaub mit (und betreut dabei die Kinder), trägt die Familie in der Regel die Reisekosten des Au-Pairs.
  • Geschenke & Feiertage: Geburtstag, Weihnachten oder ein Abschiedsgeschenk gehören für die meisten Familien selbstverständlich dazu.

Tipp: Plane einen Puffer für Unvorhergesehenes ein — grob 500–1.000 € über das Jahr. Ein kaputtes Handy, eine zusätzliche Zugfahrt, ein spontaner Arztbesuch oder höhere Verpflegungskosten als gedacht: Solche Dinge kommen fast immer, nur weiß man vorher nicht, in welcher Form. Ein Puffer nimmt dem Ganzen den Stress.

Trotzdem meist günstiger als die Alternativen

Auch mit allen einmaligen Kosten bleibt ein Au-Pair für viele Familien die günstigere Vollzeit-Betreuung. Eine Nanny in Festanstellung kostet schnell ein Vielfaches, und ein Vollzeit-Kitaplatz ist je nach Bundesland und Einkommen ebenfalls ein erheblicher Posten — bei deutlich weniger Flexibilität bei den Betreuungszeiten.

Aber: Ein Au-Pair ist nicht „fast umsonst“. Es ist ein lebendiger Mensch im Haushalt, der fair bezahlt, versichert und mitgenommen werden will — und der dafür Nähe, Sprache und kulturellen Austausch in die Familie bringt. Wer das von Anfang an realistisch budgetiert, startet entspannter ins Jahr.

Plane dein Au-Pair-Jahr mit ehrlichen Zahlen