Au-Pair-Taschengeld im Ländervergleich 2026

Photo: Pavel Danilyuk / Pexels
Wie viel Taschengeld bekommt ein Au-Pair? In Deutschland sind es mindestens 280 € pro Monat — das ist der gesetzliche Mindestbetrag, unabhängig vom Bundesland. Dazu kommen kostenlose Unterkunft und Verpflegung, ein Sprachkurs-Zuschuss und eine Versicherung. In anderen Ländern fällt das Taschengeld teils deutlich höher, teils anders strukturiert aus.
In diesem Guide vergleichen wir die Taschengeld-Beträge in den beliebtesten Au-Pair-Ländern und erklären, warum die Zahlen so unterschiedlich sind. Wichtig vorweg: Nur für Deutschland und die USA gibt es klar festgeschriebene Beträge. Alle anderen Zahlen sind Richtwerte, die je nach Land, Region und Vereinbarung schwanken — wir kennzeichnen das deutlich.
Taschengeld im Ländervergleich
| Land | Taschengeld / Monat | Besonderheit |
|---|---|---|
| Deutschland | 280 € (gesetzlich) | Fester Mindestbetrag, dazu Sprachkurs-Zuschuss ab 70 € |
| Österreich | in der Größenordnung von 480 €+ (Richtwert) | Höher als in Deutschland; abhängig von Stunden und Vereinbarung |
| Frankreich | Richtwert ~ 320 € + Kost & Logis (schwankt) | Taschengeld plus freie Unterkunft/Verpflegung, teils als Bahnticket |
| Niederlande | Richtwert ~ 340 € (schwankt) | Oberer Rahmen häufig empfohlen, nicht streng fixiert |
| USA (J-1) | ~ US$195,75 / Woche ≈ ~ US$850 / Monat | Bundesweit geregeltes Programm über Agenturen |
| Großbritannien | Richtwert, kein gesetzliches Minimum | Kein verbindlicher Mindestbetrag — Höhe frei vereinbart |
| Spanien | Richtwert ~ 70–90 € / Woche (schwankt) | Häufig wochenweise angegeben statt monatlich |
| Italien | Richtwert, schwankt stark nach Region | Kein einheitlicher fester Betrag landesweit |
| Australien | Richtwert, schwankt (oft wochenweise) | Au-Pair meist über Working-Holiday-Visum |
Wichtig zum Einordnen: Das Taschengeld kommt immer obendrauf — kostenlose Unterkunft und volle Verpflegung sind beim Au-Pair-Modell überall inklusive. Vergleiche das Taschengeld also nie mit einem normalen Gehalt. Wer Miete und Essen mitrechnet, sieht: Der reale Gegenwert liegt deutlich über dem reinen Geldbetrag.
Warum unterscheiden sich die Beträge so stark?
Dass ein Au-Pair in Österreich oder den USA mehr Taschengeld bekommt als in Deutschland, hat mehrere Gründe — und liegt fast nie an reiner Großzügigkeit. Die wichtigsten Faktoren:
- Lebenshaltungskosten: In Ländern, in denen Freizeit, Verkehr und Konsum teurer sind, fällt das Taschengeld höher aus, damit es im Alltag reicht.
- Gesetzlich vs. üblich: Deutschland und die USA haben feste, regulierte Beträge. In Ländern wie Großbritannien oder Italien gibt es kein verbindliches Minimum — der Betrag wird zwischen Familie und Au-Pair frei ausgehandelt und schwankt entsprechend.
- Was eingerechnet ist: Mancherorts deckt die Familie zusätzlich Nahverkehrstickets, einen höheren Sprachkurs-Anteil oder einen Reisekostenzuschuss ab. Das Taschengeld allein erzählt also nie die ganze Geschichte.
- Arbeitsstunden: Im US-J-1-Programm sind bis zu 45 Wochenstunden möglich, in Deutschland höchstens 30. Mehr Stunden gehen oft mit höherem Taschengeld einher.
Deshalb lohnt es sich, immer das Gesamtpaket zu betrachten: Taschengeld plus Unterkunft, Verpflegung, Versicherung, Sprachkurs und etwaige Extras.
Deutschland im Detail
Für Deutschland sind die Zahlen am klarsten. Das Au-Pair erhält mindestens 280 € Taschengeld pro Monat — bei höchstens 30 Wochenstunden und maximal 6 Stunden pro Tag. Dazu kommen feste Leistungen der Gastfamilie:
- Eigenes, möbliertes Zimmer und volle Verpflegung — kostenfrei
- Sprachkurs-Zuschuss von mindestens 70 €/Monat
- Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung
- Mindestens 1,5 freie Tage pro Woche (inkl. einem Sonntag pro Monat) und mindestens 4 Wochen bezahlter Urlaub pro Jahr
Das macht den deutschen Betrag zwar niedriger als etwa in Österreich oder den USA, aber dafür ist er verlässlich und gesetzlich abgesichert. Du weißt als Familie wie als Au-Pair genau, woran du bist.
Verlasse dich bei anderen Ländern nie auf eine einzelne Zahl aus dem Internet. Taschengeld-Beträge außerhalb Deutschlands und der USA sind Richtwerte und ändern sich. Prüfe vor der Zusage immer die aktuellen Vorgaben des Ziellandes und der jeweiligen Agentur oder Botschaft.
