Au-Pair-Versicherung: Was Gastfamilien abschließen müssen

AuPairMatch
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Ratgeber für Familien
Close-up image of two people signing an insurance policy document on a wooden desk.

Photo: Mikhail Nilov / Pexels

In Deutschland muss die Gastfamilie das Au-Pair versichern — und zwar gleich dreifach: Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Das ist keine freiwillige Geste, sondern Voraussetzung für das Au-Pair-Verhältnis und in der Regel auch für das Visum. Die Kosten dafür trägt die Familie, nicht das Au-Pair.

In diesem Guide erklären wir, welche drei Versicherungen Pflicht sind, was sie abdecken, was sie im Monat kosten — und worauf du achten musst, wenn dein Au-Pair aus den USA oder aus der EU kommt. Ehrlich, konkret und ohne Kleingedrucktes.

Die drei Pflichtversicherungen im Überblick

Für ein Au-Pair in Deutschland gibt es drei Versicherungen, die zusammengehören. Reguläre gesetzliche Krankenkassen nehmen Au-Pairs meist nicht auf — stattdessen schließen Familien in der Praxis eine spezielle Au-Pair- oder Besucher-Krankenversicherung ab, die Kranken-, Unfall- und Haftpflichtschutz oft als Paket bündelt. Hier die drei Bausteine im Überblick:

VersicherungPflicht?Was sie abdeckt
KrankenversicherungJaArztbesuche, Krankenhaus, Medikamente, Notfälle. Bei Au-Pair-Policen ist oft Rücktransport ins Heimatland enthalten.
UnfallversicherungJaUnfallfolgen während und außerhalb der Betreuung — Invalidität, Heilkosten, im Ernstfall eine Kapitalleistung.
HaftpflichtversicherungJaSchäden, die das Au-Pair Dritten zufügt (z. B. eine zerbrochene Vase, ein beschädigtes Smartphone).

Wer zahlt — und was kostet es?

Die Versicherung zahlt die Gastfamilie. Das ist in Deutschland verpflichtender Teil des Au-Pair-Verhältnisses, ähnlich wie das Taschengeld von 280 € oder der Sprachkurs-Zuschuss von mindestens 70 €.

In der Praxis bündeln spezialisierte Anbieter Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung in einem Au-Pair-Komplettpaket. Eine solche Police kostet je nach Anbieter und Leistungsumfang etwa 30 bis 60 € im Monat. Plane diesen Betrag fest in dein Budget ein — gemeinsam mit Taschengeld, Sprachkurs und Verpflegung landen die meisten Familien bei rund 600 bis 800 € pro Monat.

Verwechsle die kurze Reiseversicherung für die Einreise nicht mit der langfristigen Police. Manche Au-Pairs reisen mit einer reinen Reisekrankenversicherung an, die nur wenige Wochen gilt. Für das eigentliche Au-Pair-Jahr brauchst du eine durchgehende Versicherung über die gesamte Aufenthaltsdauer — meist bis zu 12 Monate. Schließe die langfristige Police ab, bevor die Reiseversicherung ausläuft.

Au-Pair aus den USA (J-1): worauf achten?

Kommt dein Au-Pair über ein US-Programm nach Deutschland — oder schickst du als Familie umgekehrt jemanden in die USA — gelten beim J-1-Visum strengere Mindeststandards für die Krankenversicherung. Die Police muss in der Regel mindestens zwei Dinge abdecken:

  • Medizinische Behandlung: eine ausreichende Deckungssumme für Krankheit und Unfall.
  • Rücktransport (Repatriation): die Kosten für die Rückführung ins Heimatland im Ernstfall — sowohl medizinischer Rücktransport als auch die Überführung im Todesfall.

Die genauen Mindestsummen können sich je nach Programm und Jahr unterscheiden, deshalb hier ohne feste Zahl: Lass dir vom Anbieter oder der Agentur schriftlich bestätigen, dass die Police die aktuellen J-1-Anforderungen erfüllt. So gehst du auf Nummer sicher, statt auf eine veraltete Summe zu vertrauen.

Au-Pair aus der EU: reicht die EHIC?

Kommt dein Au-Pair aus einem anderen EU-Land, hat es meist eine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC). Diese deckt bei einem kurzen Aufenthalt notwendige medizinische Behandlungen ab — sie ersetzt aber keine vollständige Au-Pair-Police.

Für einen längeren Au-Pair-Aufenthalt ist die EHIC oft nicht ausreichend: Sie deckt zum Beispiel keinen Rücktransport und keine Haftpflicht- oder Unfallrisiken ab, und sie ist nicht für einen dauerhaften Aufenthalt gedacht. Wir empfehlen daher auch EU-Au-Pairs eine vollwertige Versicherung — entweder eine spezielle Au-Pair-Police oder, wo möglich, die reguläre Aufnahme in eine deutsche Krankenkasse, ergänzt um Unfall- und Haftpflichtschutz.

Schließe die Versicherung ab, bevor das Au-Pair anreist, und gib ihm die Versicherungsunterlagen (Police-Nummer, Notfall-Hotline) gleich am Anfang. Im Krankheitsfall spart das Zeit und Nerven — und ihr seid beide auf der sicheren Seite.

Plane dein Au-Pair-Jahr mit ehrlichen Zahlen