Au-Pair-Arbeitszeiten & freie Tage: Was erlaubt ist

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In Deutschland darf ein Au-Pair höchstens 30 Stunden pro Woche und maximal 6 Stunden am Tag bei der Kinderbetreuung und leichten Hausarbeiten helfen. Dazu kommen mindestens 1,5 freie Tage pro Woche, mindestens ein freier Sonntag im Monat und mindestens 4 Wochen bezahlter Urlaub pro zwölf Monate.
Diese Grenzen sind kein Verhandlungsspielraum nach unten — sie schützen das Au-Pair und sorgen dafür, dass der kulturelle Austausch im Mittelpunkt bleibt. In diesem Guide erklären wir die wöchentlichen und täglichen Obergrenzen, die freien Tage, den Urlaub und ein paar Punkte, die oft für Verwirrung sorgen — etwa das Babysitten am Abend und der Sprachkurs.
Die Obergrenzen: 30 Stunden pro Woche, 6 pro Tag
Ein Au-Pair ist keine Vollzeit-Kraft. Die übliche Obergrenze in Deutschland liegt bei 30 Stunden pro Woche, verteilt auf maximal 6 Stunden pro Tag. Innerhalb dieser Zeit unterstützt das Au-Pair die Familie bei der Kinderbetreuung und bei leichten Aufgaben, die direkt mit den Kindern zu tun haben — etwa das Zimmer der Kinder aufräumen, ihre Wäsche waschen oder einfache Mahlzeiten zubereiten.
Was nicht dazugehört: schwere Hausarbeit für die ganze Familie, Gartenarbeit oder die Pflege älterer Angehöriger. Ein Au-Pair ist da, um bei den Kindern zu helfen und die Kultur kennenzulernen — nicht als günstige Haushaltshilfe.
Freie Tage: 1,5 pro Woche und ein freier Sonntag im Monat
Dem Au-Pair stehen pro Woche mindestens 1,5 freie Tage zu — also zum Beispiel ein ganzer freier Tag plus ein freier halber Tag. Mindestens ein Sonntag im Monat muss komplett frei sein, damit das Au-Pair Ausflüge planen, Freunde treffen oder einfach ausruhen kann.
Freizeit bedeutet echte Freizeit: In dieser Zeit ist das Au-Pair nicht „auf Abruf“ und muss weder einspringen noch erreichbar sein. Plant die freien Tage am besten gemeinsam und im Voraus, damit beide Seiten verlässlich planen können.
Urlaub: mindestens 4 Wochen pro Jahr
Über das Jahr gerechnet hat ein Au-Pair Anspruch auf mindestens vier Wochen bezahlten Urlaub pro zwölf Monate (bei einem kürzeren Aufenthalt anteilig). „Bezahlt“ heißt: Das Taschengeld läuft im Urlaub ganz normal weiter. Macht die Familie selbst Urlaub und nimmt das Au-Pair mit, um dort weiter auf die Kinder aufzupassen, zählt das nicht als Urlaub des Au-Pairs — es arbeitet ja.
Babysitten zählt, Sprachkurs nicht
Zwei Punkte werden oft falsch verstanden:
- Babysitten am Abend zählt als Arbeitszeit. Wenn das Au-Pair abends auf die Kinder aufpasst, während ihr ausgeht, sind das Betreuungsstunden — sie zählen ganz normal in die 30 Wochenstunden hinein. Ein paar Babysitting-Abende sind üblich, aber sie sind keine „Gefälligkeit nebenbei“.
- Der Sprachkurs zählt nicht als Arbeitszeit. Die Zeit, die das Au-Pair im Sprachkurs verbringt, ist Freizeit und gehört nicht zu den Betreuungsstunden. Die Familie muss dem Au-Pair sogar ermöglichen, den Kurs zu besuchen.
| Regel | Standard in Deutschland | Anmerkung |
|---|---|---|
| Arbeitszeit pro Woche | max. 30 Stunden | Inklusive Babysitting-Abende |
| Arbeitszeit pro Tag | max. 6 Stunden | Keine Vollzeit, keine Überstunden als Regel |
| Freie Tage | mind. 1,5 pro Woche | Plus 1 freier Sonntag pro Monat |
| Bezahlter Urlaub | mind. 4 Wochen pro 12 Monate | Taschengeld läuft weiter; anteilig bei kürzerem Aufenthalt |
| Babysitten | Zählt als Arbeitszeit | Geht in die 30 Wochenstunden ein |
| Sprachkurs | Zählt NICHT als Arbeitszeit | Findet in der Freizeit statt |
Vereinbart einen konkreten Wochenplan — schriftlich. Haltet vorab fest, an welchen Tagen und zu welchen Zeiten das Au-Pair üblicherweise hilft, wann die freien Tage liegen und wie ihr Babysitting-Abende handhabt. Ein klarer Plan auf Papier verhindert die meisten Missverständnisse, bevor sie entstehen — und beide Seiten wissen, woran sie sind.
Au-Pair heißt Familienmitglied, nicht Angestellte
Hinter all diesen Regeln steht ein einfacher Grundgedanke: Ein Au-Pair ist ein Familienmitglied auf Zeit, keine Angestellte. Das Verhältnis ist kein Arbeitsvertrag im klassischen Sinn, sondern ein kultureller Austausch — das Au-Pair lebt mit euch, isst mit euch und gehört für die Dauer des Aufenthalts dazu.
Deshalb geht es bei den Stundengrenzen nicht nur um Paragrafen, sondern um Fairness. Wer das Au-Pair von Anfang an als Teil der Familie behandelt, klare Absprachen trifft und die Freizeit respektiert, bekommt fast immer ein glücklicheres, engagierteres Au-Pair zurück — und ein entspannteres Jahr für alle.

