Die ersten vier Wochen: So helft ihr eurem Au-Pair beim Ankommen

AuPairMatch
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Ratgeber für Familien

Die wichtigste Aufgabe einer Gastfamilie in den ersten vier Wochen ist nicht der Dienstplan, sondern der Anschluss: Ein Au-Pair, das nach einem Monat zwei eigene Kontakte außerhalb eurer Familie hat, bleibt mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit bis zum Ende. Dafür braucht es kein Programm — nur ein paar gezielte Handgriffe zur richtigen Zeit.

Wie ihr das Zimmer vorbereitet, die Hausregeln erklärt und die ersten Tage gestaltet, steht im Artikel „So begrüßt ihr euer Au-Pair in den ersten Tagen“. Hier geht es um das, was danach kommt: die Wochen, in denen sich entscheidet, ob euer Au-Pair ein Leben außerhalb eures Hauses aufbaut.

Warum ausgerechnet vier Wochen?

Weil sich in dieser Zeit die Gruppen bilden. Die meisten Au-Pairs kommen im Herbst an, alle gleichzeitig neu. Wer in den ersten Wochen Leute trifft, hat nach einem Monat einen Anfang. Wer die freie Zeit im Zimmer verbringt, trifft danach auf Gruppen, die es schon gibt — und muss die Neue sein, die dazukommt.

Dazu kommt der Verlauf des Heimwehs. Die erste Woche ist oft aufregend, erfahrungsgemäß wird es in Woche zwei bis sechs am schwersten, und danach besser — wenn bis dahin Kontakte entstanden sind. Eure Handgriffe wirken also genau in dem Fenster, in dem sie am meisten bringen. Nach vier Wochen könnt ihr weniger bewegen, nicht nichts, aber weniger.

Woche für Woche: Was ihr konkret tun könnt

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Woche 1: Orientierung statt Programm

Monatsticket für Bus und Bahn, eine funktionierende SIM-Karte, einmal gemeinsam die Strecke zur Sprachschule fahren. Meldet euer Au-Pair in den ersten Tagen für den Sprachkurs an — im Herbst starten die Kurse, und dort sitzen die anderen Neuen. Tragt eure Vermittlung auf AuPairMatch ein und bestätigt sie: Ab dann sieht euer Au-Pair, wer in eurer Gegend ist, und wird selbst gefunden. Und schreibt einen Satz in euren Elternchat: „Kennt jemand Familien mit Au-Pair?“

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Woche 2: Der erste eigene Kontakt

Jetzt braucht es einen festen freien Nachmittag pro Woche, der verlässlich frei bleibt — Au-Pair-Treffen finden nachmittags statt, weil dann alle frei haben. Ermutigt zum ersten Treffen mit jemandem aus dem Kurs, der Community oder dem Elternchat. Wenn der Weg unbekannt ist: einmal hinbringen ist keine Bevormundung, sondern Starthilfe.

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Woche 3: Eine Routine außerhalb des Hauses

Fragt, was euer Au-Pair zu Hause regelmäßig gemacht hat — Sport, Musik, Chor, Klettern — und helft, die passende Gruppe in eurer Stadt zu finden. Eine feste wöchentliche Aktivität ist wichtiger als drei Einladungen: Freundschaften entstehen durch Wiederholung. Wenn es Geld kostet, ist ein Zuschuss gut angelegt.

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Woche 4: Das ehrliche Gespräch

Unter vier Augen, nicht beim Abendessen mit allen: „Wie geht es dir wirklich? Hast du schon jemanden kennengelernt?“ Viele Au-Pairs sagen von sich aus nichts, weil sie nicht undankbar wirken wollen. Hört zu, ohne sofort Lösungen anzubieten. Wenn Arbeitszeiten den Kurs oder die Treffen verhindern, ist jetzt der Moment, sie anzupassen.

Die Zwei-Kontakte-Regel

Nach vier Wochen sollte euer Au-Pair zwei Menschen außerhalb eurer Familie haben, denen es einfach so schreiben kann. Zwei, nicht zehn. Wenn es null sind, ist das kein Versagen — aber ein Signal, dass ihr in Woche fünf nachlegen solltet: Elternchat, andere Familien, Sprachkurs, Community.

Die Checkliste zum Abhaken

  • Monatsticket und SIM-Karte in der ersten Woche
  • Sprachkurs angemeldet, Weg dorthin einmal gemeinsam gefahren
  • Vermittlung auf AuPairMatch eingetragen und bestätigt
  • Nachricht im Elternchat: „Kennt jemand andere Au-Pairs?“
  • Ein fester freier Nachmittag pro Woche, der wirklich frei bleibt
  • Erstes Treffen außerhalb der Familie hat stattgefunden
  • Eine feste wöchentliche Aktivität gefunden (Verein, Kurs, Sport)
  • Kontakt zu mindestens einer anderen Familie mit Au-Pair hergestellt
  • Gespräch unter vier Augen nach Woche vier
  • Arbeitszeiten passen zu Kurs und Treffen
  • Euer Au-Pair hat zwei eigene Kontakte, denen es schreiben kann

Was ihr besser lasst

Ein volles Freizeitprogramm organisieren. Gut gemeint, aber euer Au-Pair braucht Gleichaltrige, nicht mehr Zeit mit euch. Ein Ausflug am Wochenende ist schön; drei Familienabende pro Woche ersetzen keine Freundschaft.

Euer Au-Pair in euren Freundeskreis integrieren wollen. Das funktioniert selten und setzt beide Seiten unter Druck. Hilfreicher ist der Kontakt zu Familien mit Au-Pair — deren Au-Pairs sind die richtigen Gleichaltrigen.

Vor allen fragen, ob es schon Freunde hat. Die Frage ist richtig, die Runde ist falsch. Beim Abendessen mit allen kommt „ja, alles gut“, unter vier Augen kommt die Wahrheit.

Mit dem vorherigen Au-Pair vergleichen. „Unsere Lena hatte nach einer Woche schon Freunde“ hilft niemandem. Jeder Mensch braucht unterschiedlich lang, und schüchterne Au-Pairs sind oft die verlässlichsten.

Wir sind neu — und sagen das offen

AuPairMatch ist 2026 gestartet. Es kann sein, dass in eurer Stadt noch kein anderes Au-Pair eingetragen ist. Dann ist eures das erste — und das nächste, das in eure Gegend kommt, sieht es als Neuankömmling. Die Community ist für Au-Pairs kostenlos, auch wenn ihr euch über eine andere Plattform oder eine Agentur gefunden habt.

Woran ihr merkt, dass es läuft

Euer Au-Pair ist nachmittags manchmal nicht da. Es erzählt von Leuten mit Namen, nicht nur von „dem Kurs“. Es fragt, ob es am Samstag später kommen darf. Es telefoniert weniger nach Hause. Es wirkt nach dem Dienst nicht erschöpft, sondern hat noch etwas vor.

Das Gegenteil erkennt ihr genauso klar: fast die ganze freie Zeit im Zimmer, abgesagte Einladungen, lange Telefonate nach Hause, fröhlich bei den Kindern und leer danach. Dann ist es Zeit, in Woche fünf noch einmal anzusetzen — und im Zweifel offen zu fragen, was fehlt.

Vermittlung eintragen und bestätigen

Ein Klick von euch — und euer Au-Pair sieht, wer in eurer Gegend lebt und wer gleichzeitig ankommt.