Au-Pair finden in Belgien: Der Leitfaden für Gastfamilien (2026)

AuPairMatch
7 Min. Lesezeit
Ratgeber für Familien

Eine Gastfamilie in Belgien kann ihr Au-Pair selbst suchen und die Arbeitserlaubnis selbst bei ihrer Region beantragen — eine Agentur ist nicht vorgeschrieben. Die Regeln hängen von der Region ab: In Flandern und Brüssel zahlt ihr mindestens 450 € Taschengeld im Monat, in Wallonien mindestens 750 €. Überall gilt: höchstens vier Stunden am Tag und 20 Stunden pro Woche, mindestens ein Kind unter 13 Jahren in der Familie und ein Pflicht-Sprachkurs für das Au-Pair.

Dieser Leitfaden erklärt, welche Regeln für eure Region gelten, was ein Au-Pair in Belgien im Monat kostet und wie ihr Schritt für Schritt zu eurem Au-Pair kommt. Alle Angaben stammen von den zuständigen Behörden (Stand September 2026).

Die Regeln in Belgien: Die Region entscheidet

Seit 2015 regeln die drei Regionen Flandern, Brüssel-Hauptstadt und Wallonien die Arbeitserlaubnis für Au-Pairs selbst. Maßgeblich ist die Region, in der ihr als Familie wohnt. Die Grundzüge sind gleich, bei Alter und Taschengeld gibt es aber große Unterschiede.

RegelFlandernBrüsselWallonien
Alter des Au-Pairs18 bis unter 26 Jahre18 bis unter 26 Jahre18 bis 30 Jahre
Taschengeld pro Monatmindestens 450 €mindestens 450 €mindestens 750 €
Arbeitszeithöchstens 4 Stunden am Tag, 20 Stunden pro Wochehöchstens 4 Stunden am Tag, 20 Stunden pro Wochehöchstens 4 Stunden am Tag, 20 Stunden pro Woche
Kinder in der Familiemindestens ein Kind unter 13mindestens ein Kind unter 13mindestens ein Kind unter 13
Nachweis anderer Betreuungfür Kinder unter 6 Jahrenfür Kinder unter 5 Jahrenfür Kinder unter 5 Jahren
SprachkursPflicht, NiederländischPflicht, Französisch oder NiederländischPflicht, Französisch oder Deutsch
Dauerhöchstens 1 Jahrhöchstens 1 Jahrhöchstens 12 Monate

Quellen: Vlaanderen.be (Au pair), Brussels Economy and Employment (Authorisation to work au pair), Wallonie.be (Autorisation d’occuper un jeune au pair, aktualisiert am 31. Juli 2026), abgerufen am 18. September 2026. Das Taschengeld wird per Banküberweisung gezahlt — auch in Zeiten, in denen das Au-Pair nicht im Einsatz ist, etwa im Urlaub.

Was ein Au-Pair in Belgien bei euch macht

Ein Au-Pair ist in Belgien kein Personal, sondern ein junger Mensch im Kulturaustausch, der bei euch wohnt, einen Sprachkurs besucht und euch bei der Betreuung der Kinder unterstützt. Die 20 Wochenstunden sind die niedrigste Grenze in Westeuropa — Babysitting am Abend zählt dabei mit. Für eine Vollzeitbetreuung reicht ein Au-Pair in Belgien deshalb nicht, und genau deshalb verlangen die Regionen einen Nachweis, dass kleine Kinder zusätzlich anderweitig betreut werden, zum Beispiel in einer Krippe.

Gut passt ein Au-Pair zu Familien, die Unterstützung zu Randzeiten brauchen: Kinder morgens fertig machen und zur Schule bringen, nachmittags abholen, bei den Hausaufgaben begleiten, spielen und vorlesen. Dazu kommt, was keine Krippe bietet: Eure Kinder erleben im Alltag eine andere Sprache und Kultur. Das Au-Pair hat mindestens einen ganzen freien Tag pro Woche und ein eigenes Zimmer.

Was ein Au-Pair in Belgien pro Monat kostet

Mit diesen Posten solltet ihr rechnen:

  • Taschengeld: mindestens 450 € (Flandern, Brüssel) bzw. 750 € (Wallonien) im Monat — das ist gesetzliches Minimum, mehr ist erlaubt.
  • Kost und Logis: ein eigenes Zimmer und volle Verpflegung in der Familie.
  • Versicherungen: Die Familie schließt eine Krankenversicherung für Belgien, eine Zusatzversicherung für Arzt-, Apotheken- und Krankenhauskosten sowie eine Rückführungsversicherung bei Krankheit oder Unfall ab. Die Prämien hängen vom Anbieter ab, holt mehrere Angebote ein.
  • Sprachkurs: Die Einschreibung an einer anerkannten Sprachschule ist Bedingung für die Erlaubnis. Wer die Kursgebühr trägt, schreibt ihr am besten in den Vertrag.
  • Suche: Auf AuPairMatch in der Gründungsphase 0 €; bei anderen Plattformen oder Agenturen je nach Anbieter.

Eine seriöse Gesamtsumme lässt sich nicht nennen, weil Versicherung, Kurs und Verpflegung stark schwanken. Das Taschengeld ist aber der größte feste Posten — plant ihn für zwölf Monate ein, auch für Urlaubszeiten.

Ohne Erlaubnis kein Start

Ein Au-Pair von außerhalb der EU, des EWR und der Schweiz darf erst anfangen, wenn eure Region die Arbeitserlaubnis erteilt hat und das Visum D ausgestellt ist. Ein Au-Pair, das mit einem Touristenaufenthalt einreist und schon einmal anfängt, arbeitet illegal — mit Folgen für euch als Familie. Beachtet außerdem: Die Erlaubnis gilt höchstens ein Jahr, eure Familie darf nicht gleichzeitig eine Erlaubnis für ein zweites Au-Pair haben, und die Regionen verlangen Führungszeugnisse der Erwachsenen im Haushalt.

Au-Pairs aus der EU

Au-Pairs mit der Staatsangehörigkeit eines EU- oder EWR-Landes oder der Schweiz brauchen in Belgien keine Arbeitserlaubnis. Die regionalen Au-Pair-Regeln sind für Au-Pairs von außerhalb der EU geschrieben; für EU-Bürger gibt es keinen eigenen gesetzlichen Au-Pair-Rahmen. Damit das Verhältnis klar ein Kulturaustausch bleibt, orientieren sich viele Familien trotzdem an denselben Bedingungen: Taschengeld, 20 Stunden, Sprachkurs, eigenes Zimmer. Haltet das in einem schriftlichen Vertrag fest und lasst euch im Zweifel von eurer Region beraten.

So findet ihr euer Au-Pair

In sechs Schritten zum Au-Pair in Belgien

1

Region und Bedingungen prüfen

Wohnort bestimmt die Regeln. Prüft, ob ihr ein Kind unter 13 habt, ein eigenes Zimmer anbieten könnt und die Betreuung der jüngsten Kinder nachweisen könnt.

2

Familienprofil anlegen

Beschreibt Alltag, Kinder, Sprachen und die Stunden, die ihr braucht. Nennt die 20-Stunden-Grenze gleich im Profil, damit Erwartungen stimmen.

3

Kandidaten anschreiben und kennenlernen

Schreibt passende Au-Pairs an und führt mindestens ein ausführliches Video-Gespräch, am besten zwei.

4

Vertrag schließen

Die Regionen verlangen einen unterschriebenen Au-Pair-Vertrag: Aufgaben, Stunden, freie Tage, Taschengeld, Sprachkurs, Versicherungen.

5

Arbeitserlaubnis beantragen

Ihr als Familie stellt den Antrag bei eurer Region — mit Vertrag, Versicherungsnachweisen, Kurs-Einschreibung und Führungszeugnissen.

6

Visum und Anreise

Mit der Erlaubnis beantragt das Au-Pair das Visum D bei der belgischen Auslandsvertretung. Plant für Erlaubnis und Visum mehrere Wochen ein.

Welche Sprache spricht euer Au-Pair?

Das Au-Pair muss die Alltagssprache eurer Familie in Grundzügen beherrschen oder sich zu einem Intensivkurs nach der Ankunft verpflichten. Zusätzlich ist der Kurs an einer anerkannten Schule Pflicht: Niederländisch in Flandern, Französisch oder Niederländisch in Brüssel, Französisch oder Deutsch in Wallonien. Für eure Kinder kann das Au-Pair zusätzlich eine weitere Sprache in den Alltag bringen, etwa Englisch oder Spanisch. Klärt im Gespräch, in welcher Sprache das Au-Pair mit den Kindern sprechen soll und wie ihr die Kurszeiten in den Wochenplan einbaut.

Warum ihr auf AuPairMatch sucht

Weil in Belgien die Familie den Antrag selbst stellt, braucht ihr für die Suche keine Agentur. Auf AuPairMatch legt ihr ein Familienprofil an, seht über den Match-Score, welche Au-Pairs zu euren Wünschen passen, und schreibt sie direkt an. Nachrichten und Profiltexte werden automatisch in eure Sprache übersetzt — praktisch, wenn ihr Niederländisch oder Französisch sprecht und das Au-Pair Englisch oder Spanisch. Das Kennenlernen per Video-Call läuft direkt in der App. In der Gründungsphase ist das alles für Gastfamilien kostenlos, Kontaktaufnahme eingeschlossen.

AuPairMatch ist 2026 gestartet und wächst; etablierte Anbieter haben mehr Profile. Viele Familien suchen deshalb auf mehreren Plattformen parallel — ein zusätzliches kostenloses Profil erweitert eure Suche. Den Papierkram (Vertrag, Antrag, Versicherungen) erledigt ihr selbst bei eurer Region oder mit einer Agentur eurer Wahl.

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