Au-Pair oder Kita oder Nanny? Die Kosten im Vergleich für Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und die Niederlande (2026)
Ein Au-Pair kostet eine Familie in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden an festem Geld rund 320 bis 350 € im Monat — Taschengeld plus in Deutschland der Sprachkurs-Zuschuss —, dazu Versicherung, ein eigenes Zimmer und volle Verpflegung. Eine Nanny ist eine Angestellte: Schon zum gesetzlichen Mindestlohn kosten 100 Betreuungsstunden im Monat in Deutschland 1.390 €, in den Niederlanden 1.499 € und in Frankreich 1.231 € brutto, ohne Arbeitgeberabgaben. Die Kita ist je nach Land und Einkommen die günstigste Lösung und teils beitragsfrei. Ein Au-Pair ist aber keine billige Nanny: Es hilft nur begrenzte Stunden und kommt für den Kulturaustausch.
Dieser Vergleich ergänzt unseren Deutschland-Ratgeber zu den Kosten eines Au-Pair-Jahres um vier weitere Länder. Alle Zahlen stammen von Behörden, Statistikämtern und Gesetzestexten, abgerufen am 18. September 2026. Wo es keine verlässliche amtliche Zahl gibt, sagen wir das.
Die Kosten auf einen Blick
| Land | Au-Pair: Taschengeld pro Monat | Au-Pair: höchstens pro Woche | Kita / Krippe: Elternbeitrag | Nanny: gesetzlicher Mindestlohn |
|---|---|---|---|---|
| Deutschland | mind. 280 € + 70 € Sprachkurs-Zuschuss | 30 Stunden | je nach Bundesland und Einkommen; in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern beitragsfrei | 13,90 € pro Stunde |
| Frankreich | mind. 320 € | 25 Stunden | Krippe nach Einkommen: 0,50 bis 5,26 € pro Stunde (1 Kind) | 12,31 € pro Stunde (SMIC) |
| Italien | frei vereinbart, kein gesetzlicher Satz | nicht geregelt (höchstens 5 Stunden am Tag) | von der Gemeinde festgelegt; keine amtliche Durchschnittszahl | Tarifvertrag Hausarbeit: z. B. 7,45 bis 8,30 € pro Stunde |
| Spanien | frei vereinbart, kein gesetzlicher Satz | nicht geregelt (höchstens 5 Stunden am Tag) | je nach Region, teils kostenlos; keine amtliche Durchschnittszahl | 9,55 € pro Stunde für Hausangestellte |
| Niederlande | höchstens 340 € (Obergrenze) | 30 Stunden | Kinderopvangtoeslag erstattet bis zu 96 % von höchstens 11,23 € pro Stunde | 14,99 € pro Stunde |
Au-Pair-Spalten: nationale Au-Pair-Regeln, Stand 11. September 2026 (Quellen auf unseren Länderseiten). Kita und Mindestlohn: Deutscher Bildungsserver (Stand 18. August 2026), Bundesregierung; CNAF, Barème des participations familiales 2026; ISTAT; Belastingdienst und Rijksoverheid; Ministero del Lavoro, Tabella lavoro domestico 2026; BOE, Real Decreto 126/2026; service-public.fr (SMIC seit 1. Juni 2026). Alle Mindestlöhne brutto, für Erwachsene.
Was ein Au-Pair wirklich kostet
Das Taschengeld ist nur der sichtbarste Posten. Zu den Kosten eines Au-Pairs gehören:
- Taschengeld: Deutschland mindestens 280 €, Frankreich mindestens 320 €, Niederlande höchstens 340 € (darüber wird es steuerpflichtiger Lohn). In Italien und Spanien gibt es keinen gesetzlichen Satz; ihr vereinbart ihn frei im Vertrag.
- Kost und Logis: ein eigenes Zimmer und volle Verpflegung. Wie viel das wert ist, zeigen die deutschen Sachbezugswerte 2026, mit denen Behörden freie Unterkunft und Verpflegung bewerten: 345 € im Monat für Verpflegung und 285 € für eine Unterkunft. Für euch ist das vor allem ein Zimmer, das nicht anders genutzt werden kann, und ein zusätzlicher Esser am Tisch.
- Sprachkurs: in Deutschland 70 € Zuschuss im Monat, in Frankreich ist ein Kurs Pflicht. Wer ihn zahlt, regelt ihr im Vertrag.
- Versicherung: je nach Land Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung. Die Prämien hängen vom Anbieter ab.
- Suche und Verwaltung: von 0 € bei AuPairMatch in der Gründungsphase bis zu Agenturgebühren; in den Niederlanden kommen die Agentur und 423 € IND-Gebühr dazu.
Kita und Krippe: Land für Land
Deutschland: Die Beiträge legen Länder und Kommunen fest, meist nach Einkommen. Berlin und Mecklenburg-Vorpommern sind ab der Geburt beitragsfrei, Hamburg für fünf Stunden am Tag, Rheinland-Pfalz ab zwei Jahren; mehrere Länder sind ab drei Jahren frei. Einen aktuellen amtlichen Durchschnitt gibt es nicht. Die letzte Zahl des Statistischen Bundesamts stammt aus dem Steuerjahr 2017: Eltern von Kindern unter drei Jahren machten im Schnitt 1.710 € im Jahr geltend. Seit 2025 könnt ihr 80 % der Betreuungskosten, höchstens 4.800 € pro Kind unter 14 Jahren und Jahr, als Sonderausgaben absetzen.
Frankreich: In der Krippe zahlt ihr nach einer landesweiten Tabelle der CNAF einen Anteil eures Einkommens: für ein Kind 0,0619 % des Monatseinkommens pro Stunde, also zwischen 0,50 € und 5,26 € pro Stunde. Für Betreuung außer Haus gibt es zusätzlich eine Steuergutschrift von 50 % auf bis zu 3.500 € pro Kind unter sechs Jahren.
Italien: Die Beiträge für den Asilo nido legt jede Gemeinde fest. Laut ISTAT decken die Elternbeiträge im Schnitt 19 % der Ausgaben der Gemeinden für die Krippen. Die INPS zahlt einen Zuschuss zu den Krippengebühren, je nach Geburtsjahr und Einkommen (ISEE) bis zu 3.600 € im Jahr. Eine amtliche Zahl zum durchschnittlichen Monatsbeitrag haben wir nicht gefunden.
Spanien: Ob die Escuela infantil für Kinder unter drei Jahren kostenlos ist, entscheidet die Region. Landesweit gibt es für Krippenkosten einen Steuerbonus von bis zu 1.000 € im Jahr zusätzlich zum Mutterschaftsabzug. Einen amtlichen Durchschnittsbeitrag gibt es nicht.
Niederlande: Die Kinderopvang ist teuer, aber stark bezuschusst. 2026 erstattet der Staat berufstätigen Eltern mit einem Einkommen bis etwa 56.000 € 96 % des Stundenpreises, höchstens von 11,23 € pro Stunde in der Tagesbetreuung; bei höherem Einkommen sinkt der Anteil. Ab 2029 soll die Kinderbetreuung für berufstätige Eltern nahezu kostenlos werden.
Nanny: eine Angestellte mit allen Pflichten
Eine Nanny ist eure Angestellte. Ihr zahlt mindestens den gesetzlichen Mindestlohn, dazu Arbeitgeberabgaben, Urlaub und Lohnfortzahlung im Krankheitsfall. Zum Vergleich ein einfaches Rechenbeispiel: 100 Stunden im Monat, etwa 23 Stunden pro Woche, zum Mindestlohn kosten brutto in Deutschland 1.390 €, in den Niederlanden 1.499 €, in Frankreich 1.231 € und in Spanien 955 €. In Italien gilt kein gesetzlicher Mindestlohn, sondern der Tarifvertrag für Hausarbeit; je nach Einstufung liegt der Stundensatz 2026 zum Beispiel bei 7,45 € oder 8,30 €. Erfahrene, ausgebildete Nannys verlangen meist deutlich mehr als das Minimum.
Einige Länder entlasten Familien: In Frankreich gibt es für eine Angestellte im Haushalt eine Steuergutschrift von 50 % und einen Zuschuss der CAF (Complément de libre choix du mode de garde), in Deutschland die genannte Absetzbarkeit von 80 % bis 4.800 € pro Kind.
Ein Au-Pair ist keine günstige Nanny
Wer ein Au-Pair nur einplant, um Geld für eine Vollzeitbetreuung zu sparen, verstößt schnell gegen die Regeln: Die Stunden sind begrenzt (Deutschland und Niederlande 30, Frankreich 25, Belgien 20 pro Woche), freie Tage und Sprachkurs sind vorgeschrieben, und in den Niederlanden darf das Au-Pair nie die alleinige Verantwortung für die Kinder tragen. Ein Au-Pair ist ein junger Mensch im Kulturaustausch, meist ohne pädagogische Ausbildung — für einen Säugling allein ist es in der Regel nicht die richtige Wahl. Mehr Stunden oder Haushaltsarbeit machen aus dem Au-Pair ein Arbeitsverhältnis mit Mindestlohn.
Welche Lösung passt zu euch?
- Kita oder Krippe: wenn feste Zeiten reichen, Kinder mit Gleichaltrigen zusammen sein sollen und ihr einen Platz bekommt. Pädagogisch ausgebildetes Personal, in vielen Regionen stark bezuschusst.
- Nanny: wenn ihr viele Stunden Betreuung zu Hause braucht, auch für sehr kleine Kinder, und das Budget für eine Anstellung habt.
- Au-Pair: wenn ihr flexible Hilfe zu Randzeiten braucht — morgens, nach Kita oder Schule, gelegentlich abends —, ein freies Zimmer habt und euren Kindern eine andere Sprache und Kultur im Alltag schenken wollt.
Viele Familien kombinieren: Kita am Vormittag, Au-Pair für den Nachmittag und die Randzeiten. In Belgien ist ein Nachweis über die Betreuung kleiner Kinder sogar Bedingung für die Au-Pair-Erlaubnis.
Günstig zum Au-Pair: die Suche
An den laufenden Kosten ändert die Plattform nichts, an den Suchkosten schon. Auf AuPairMatch legt ihr ein Familienprofil an, seht über den Match-Score, welche Au-Pairs zu euch passen, und schreibt sie direkt an. Nachrichten und Profile werden automatisch übersetzt, das Kennenlernen per Video-Call läuft in der App. In der Gründungsphase ist das für Gastfamilien kostenlos, Kontaktaufnahme eingeschlossen. AuPairMatch ist 2026 gestartet und wächst; viele Familien suchen parallel auf mehreren Plattformen — ein zusätzliches kostenloses Profil erweitert eure Suche.
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