Au-Pair in der Schweiz: Taschengeld und Arbeitszeit nach Kanton (2026)

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Ratgeber für Familien

Einen schweizweiten Au-Pair-Betrag gibt es nicht. Nur neun der 26 Kantone nennen überhaupt eine amtliche Zahl: zwischen 500 und 960 CHF netto im Monat bei freier Kost und Logis, in Genf gilt für volljährige Au-Pairs der kantonale Mindestlohn. Die Wochenstunden liegen je Kanton bei 25 oder 30. In vier Kantonen regelt das kantonale Recht Au-Pairs gar nicht, dort gilt nur der Bundesrahmen.

Diese Tabelle ergänzt unseren Leitfaden für Gastfamilien in der Schweiz, der die Bundesregeln erklärt. Hier steht, was euer Kanton dazu sagt: Taschengeld, Stunden, freie Tage, Ferien, zuständiges Amt, jeweils mit der Quelle und ihrem Stand. Wir haben die Normalarbeitsverträge und Merkblätter aller Kantone am 22. Oktober 2026 gelesen. Wo wir keinen amtlichen Betrag gefunden haben, steht das so in der Tabelle; wir tragen keine Schätzung ein.

Wer regelt was

Der Bund legt in den Weisungen des Staatssekretariats für Migration fest, wer als Au-Pair kommen darf: Alter, Höchstdauer, Bewilligung, Sprachkurs von mindestens 120 Stunden, Krankenkasse. Zum Geld sagt der Bund nur, dass eine Netto-Mindestentschädigung „nach kantonalen bzw. Verbandsrichtlinien“ zu zahlen ist. Der Bundes-Normalarbeitsvertrag für die Hauswirtschaft mit seinen Mindestlöhnen nimmt Au-Pairs ausdrücklich aus (Art. 2 Abs. 3). Deshalb gibt es keinen eidgenössischen Mindestbetrag. Eine Stundengrenze setzt der Bund nur für Au-Pairs von außerhalb der EU und der EFTA: höchstens 30 Stunden pro Woche und ein ganzer freier Tag (Art. 48 VZAE).

Die Kantone füllen die Lücke auf drei Arten. Einige schreiben den Betrag in ihren Normalarbeitsvertrag (Freiburg, Genf, Neuenburg). Andere nennen ihn in Merkblättern oder Richtlinien der Bewilligungsbehörde (Schwyz, Obwalden, Basel-Stadt, St. Gallen, Graubünden, Zug). Die übrigen regeln im Normalarbeitsvertrag nur Arbeitszeit, freie Tage und Ferien, ohne Betrag. Überall gleich ist die Bewertung von Kost und Logis: 33 CHF pro Tag, 990 CHF im Monat nach Art. 11 der AHV-Verordnung. Netto-Beträge gelten zusätzlich zu freier Kost und Logis, auch in den Ferien.

Die 26 Kantone im Überblick

KantonTaschengeld pro MonatStundenFreie TageFerienQuelle (Stand)
Zürichkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 30 pro Woche2 pro Woche, davon mindestens 1 ganzer; 2 Sonntage in 4 Wochen5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft ZH (LS 821.12) (NAV 29.05.1991, Stand 01.07.2020)
Bernkein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregelt2 pro Woche (einer teilbar); alle 2 Wochen ein Sonntag5 Wochen bis zum Kalenderjahr des 20. Geburtstags, danach 4NAV Hausdienst BE (BSG 222.153.22) (NAV 25.04.2007, Stand 01.01.2020)
Luzernkein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregelt1 ganzer und 1 halber pro Woche; 2 Sonntage in 4 Wochen5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft LU (SRL 854) (NAV 10.11.2020, Stand 01.12.2020)
Urikein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 30 pro Wochemindestens 1 ganzer pro Woche5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Merkblatt Au-pair EU/EFTA (Kanton Uri) (Merkblatt Januar 2021; NAV Stand 01.01.2022)
Schwyzmindestens 650 CHF netto bei freier Kost und Logishöchstens 30 pro Woche, 5 am Tagmindestens 1 pro Woche und 1 freier Sonntag pro Monat5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Kantonale Richtlinien Au-pair (Amt für Arbeit SZ) (Richtlinien 12.12.2019; NAV Stand 01.01.2020)
Obwaldenmindestens 700 CHF netto bei freier Kost und Logishöchstens 30 pro Woche, 5 am Tag1 pro Woche und 1 Sonntag pro Monat5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Merkblatt und Mustervertrag Au-pair (Kanton Obwalden) (Merkblatt ohne Datum (Datei 10.04.2026))
Nidwaldenkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 30 pro Woche1 ganzer und 1 halber pro Woche5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Merkblatt Au-pair (Arbeitsamt Nidwalden) (Merkblatt Stand September 2026; NAV Stand 01.04.2023)
Glaruskein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregelt1 ganzer und 1 halber pro Woche4 WochenNAV Hauswirtschaft GL (VIII C/12/3) (NAV 12.12.2023, Stand 01.01.2024)
Zugmindestens 1'700 CHF brutto einschließlich Kost und Logis (990 CHF), also rund 710 CHF barhöchstens 30 pro Wochemindestens 1 pro Woche und 1 Sonntag pro Monat5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Kantonale Richtlinien Au-pair (Formular AP1) (Richtlinien 09/2020; NAV 19.08.2025, Stand 01.09.2025)
Freiburg760 CHF bis 20 Jahre, 960 CHF ab 20, zusätzlich zu Kost, Logis und Wäschehöchstens 30 pro Woche, 5 am Tag2 pro Woche, in der Regel der Sonntag5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4CTT économie domestique FR (RSF 222.5.91) (CTT 01.04.2025, in Kraft 01.05.2025)
Solothurnkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 25 pro Woche, 9 am Tag1 ganzer und 1 halber pro Woche; 2 Sonntage in 4 Wochen5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft SO (BGS 821.321) (NAV 11.11.2019, Stand 01.02.2020)
Basel-Stadtmindestens 700 CHF netto bei freier Kost und Logishöchstens 30 pro Woche, 5 am Tagmindestens 1 pro Woche und 1 Sonntag pro Monat5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Kanton Basel-Stadt, Arbeitsbewilligung Au-pair (NAV 25.08.2020, in Kraft 01.10.2020)
Basel-Landschaftkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 25 pro Woche2 pro Woche, in der Regel Sonntag und 1 Werktag5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft BL (SGS 212.34) (NAV 15.12.1998, Stand 01.01.2025)
Schaffhausenkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 25 pro Woche, 9 am Tag2 pro Woche; 2 Sonntage in 4 Wochen5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft SH (SHR 221.216) (NAV 15.06.2021, in Kraft 01.07.2021)
Appenzell Ausserrhodenkein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 30 pro Woche1 ganzer und 1 halber pro Woche5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft AR (bGS 222.218) (NAV 16.09.2025, Stand 01.01.2026; Merkblätter 04/2026)
Appenzell Innerrhodenkein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregelt1 ganzer (in der Regel Sonntag) und 1 halber pro Woche5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft AI (GS 821.002) (NAV 17.04.2018, Stand 01.05.2018)
St. Gallenmindestens 700 CHF netto bei freier Kost und Logishöchstens 30 pro Woche1,5 pro Woche, in der Regel zusammenhängend5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Merkblatt Au-pair EU/EFTA (AWA St. Gallen) (Merkblatt 30.06.2024; NAV Stand 01.07.2020)
Graubündenmindestens 500 CHF netto bei freier Kost und Logishöchstens 30 pro Woche1 ganzer und 1 halber pro Woche5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4Merkblatt Au-pair EU/EFTA (KIGA Graubünden) (Merkblatt ohne Datum; NAV Stand 01.01.2020)
Aargaukein kantonaler Betrag; Bundesrahmenhöchstens 25 pro Woche, 9 am Tag2 pro Woche; 2 Sonntage in 4 Wochen5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4NAV Hauswirtschaft AG (SAR 963.375) (NAV 04.09.2019, Stand 01.01.2020)
Thurgaukein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregelt2 pro Arbeitswoche, davon 2 pro Monat am Wochenende4 Wochen; 5 Wochen bis zum Kalenderjahr des 20. GeburtstagsNAV Hauswirtschaft TG (RB 221.252) (NAV 06.07.1999, Stand 28.08.2010)
Tessineigener Au-pair-NAV, Werte beim Amt erfragennicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltListe der Normalarbeitsverträge TI (USML) (unbekannt)
Waadtkein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltCTT économie domestique VD (RSV 222.105.1) (CTT Fassung in Kraft 01.06.2024)
Walliskein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltNAV Hauswirtschaft VS (RS 221.602) (NAV 14.04.2021, Stand 01.01.2026)
Neuenburg550 bis 750 CHF bis 20 Jahre, 750 bis 1'000 CHF ab 20, zusätzlich zu Kost, Logis und Wäschehöchstens 30 pro Wochemindestens 1,5 pro Woche (ganzer Sonntag) und 3 freie Abende5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4CTT économie domestique et jeunes gens au pair NE (RSN 225.42) (CTT 03.07.2023, in Kraft 01.08.2023)
Genfab 18: kantonaler Mindestlohn 24.59 CHF pro Stunde, bei 30 Stunden 3'196.7 CHF brutto im Monat, Kost und Logis (990 CHF) abziehbar; unter 18: mindestens 650 CHF barhöchstens 30 pro Woche1 pro Woche; mindestens 2 Sonntage und 1 Samstag pro Monat5 Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach 4CTT jeunes gens au pair majeurs GE (J 1 50.12) (CTT 13.12.2011, Art. 9 geändert 01.01.2026)
Jurakein kantonaler Betrag; Bundesrahmennicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltnicht kantonal geregeltSEE Jura, Engagement de personnel étranger (NAV 07.06.2022, in Kraft 01.07.2022)

Quellen: SEM, Weisungen AIG Kapitel 4.4.10 (Stand 30. Juni 2026) und Weisungen VFP Kapitel 4.7.3 (Fassung Januar 2026); Bundes-NAV Hauswirtschaft SR 221.215.329.4 (Stand 1. Januar 2026); die in der Tabelle genannten kantonalen Normalarbeitsverträge, Merkblätter und Richtlinien. Alle am 22. Oktober 2026 gelesen. Der Tessiner Au-Pair-Normalarbeitsvertrag war an diesem Tag nicht abrufbar; die Werte erfragt ihr beim Ufficio della migrazione. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Die neun Kantone mit amtlichem Betrag

  • Schwyz: mindestens 650 CHF netto, 30 Stunden pro Woche und 5 am Tag, Richtlinien des Amts für Arbeit vom Dezember 2019.
  • Obwalden, Basel-Stadt, St. Gallen: je mindestens 700 CHF netto bei 30 Stunden. In Basel-Stadt gilt der kantonale Mindestlohn ausdrücklich nicht für Au-Pairs.
  • Graubünden: 500 CHF netto laut einem undatierten Merkblatt des KIGA (Datei von 2020). Fragt vor dem Vertrag nach, ob der Wert noch gilt.
  • Zug: mindestens 1.700 CHF brutto einschließlich Kost und Logis, also rund 710 CHF bar, nach Richtlinien von 2020. Der neue Normalarbeitsvertrag von 2025 enthält keine Au-Pair-Klausel mehr; auch hier lohnt die Rückfrage beim Amt für Migration.
  • Freiburg: 760 CHF bis 20 Jahre, 960 CHF ab 20, zusätzlich zu Kost, Logis und Wäsche, nach dem neuen Normalarbeitsvertrag vom 1. Mai 2025.
  • Neuenburg: Spannen von 550 bis 750 CHF bis 20 Jahre und 750 bis 1.000 CHF ab 20, zusätzlich zu Kost, Logis und Wäsche; der Normalarbeitsvertrag von 2023 verlangt außerdem drei freie Abende pro Woche.
  • Genf: Volljährige Au-Pairs fallen unter den kantonalen Mindestlohn von 24,59 CHF pro Stunde (2026). Bei 30 Stunden sind das 3.196,70 CHF brutto im Monat; Kost, Logis und Wäsche dürfen mit 990 CHF angerechnet werden, es bleiben rund 2.207 CHF brutto bar. Für Au-Pairs unter 18 gilt ein eigener Normalarbeitsvertrag mit mindestens 650 CHF bar.

Wenn euer Kanton keinen Betrag nennt

In Zürich, Bern, Luzern, Uri, Nidwalden, Glarus, Solothurn, Basel-Landschaft, Schaffhausen, beiden Appenzell, Aargau und Thurgau gibt es keinen amtlichen Au-Pair-Betrag. Waadt, Wallis und Jura regeln Au-Pairs im kantonalen Recht gar nicht. Dort gilt der Bundesrahmen: eine Netto-Mindestentschädigung, die sich an kantonalen oder Verbandsrichtlinien orientiert.

Was ihr dann tut: Fragt die Bewilligungsbehörde eures Kantons, welchen Betrag sie für die Bewilligung erwartet. In Zürich gibt die Tripartite Kommission Lohnauskunft per E-Mail. Als Orientierung taugen die amtlichen Werte der Nachbarkantone, die zwischen 650 und 760 CHF netto liegen. Haltet den Betrag schriftlich im Vertrag fest, zusammen mit Kost und Logis als Naturallohn von 990 CHF. Empfehlungen von Verbänden oder Agenturen sind Orientierung, kein Recht.

Stunden, freie Tage, Ferien

25 oder 30 Stunden. Aargau, Solothurn, Basel-Landschaft und Schaffhausen begrenzen Au-Pairs auf 25 Stunden pro Woche; Schaffhausen hat 2021 von 30 auf 25 gesenkt. Zürich, Schwyz, Obwalden, Nidwalden, Uri, Zug, Freiburg, Basel-Stadt, Appenzell Ausserrhoden, St. Gallen, Graubünden, Neuenburg und Genf nennen 30. Bern, Luzern, Glarus, Appenzell Innerrhoden und Thurgau haben keinen Au-Pair-Wert; dort gilt die allgemeine Tagesgrenze des Normalarbeitsvertrags, meist neun Stunden mit Arbeitsende um 19 oder 20 Uhr, und das, was die Bewilligungsbehörde im Gesuch verlangt.

Freie Tage. Der häufigste Standard sind anderthalb bis zwei freie Tage pro Woche, darunter regelmäßig ein Sonntag. Mehrere Kantone verlangen zusätzlich einen freien Sonntag im Monat (Schwyz, Obwalden, Zug, Basel-Stadt) oder zwei Sonntage in vier Wochen (Zürich, Luzern, Solothurn, Schaffhausen, Aargau).

Ferien. Fast überall gilt die Regel aus dem Obligationenrecht: fünf Wochen bis zum 20. Geburtstag, danach vier. Weil viele Au-Pairs unter 20 sind, rechnet mit fünf Wochen.

Au-Pairs von außerhalb der EU: Kontingente je Kanton

Für Au-Pairs von außerhalb der EU und der EFTA vergeben die Kantone Bewilligungen aus Kontingenten, und die sind knapp. Zürich vergibt laut Weisung seines Migrationsamts vom Dezember 2021 keine Au-Pair-Kontingente für Drittstaatsangehörige, Nidwalden bewilligt solche Gesuche laut Merkblatt vom September 2026 zurzeit nicht, Obwalden nur bei gesamtschweizerischem Interesse, Genf verfolgt eine restriktive Praxis, Thurgau hat sehr wenige Plätze. Wer ein Au-Pair von außerhalb der EU aufnehmen will, fragt also zuerst beim kantonalen Amt, ob das in diesem Jahr überhaupt möglich ist, und braucht in jedem Fall eine vom Kanton und vom SECO anerkannte Schweizer Vermittlungsorganisation. Für Au-Pairs aus der EU oder der EFTA gelten keine Kontingente.

Zahlen ändern sich, prüft vor dem Vertrag

Genf hat den Mindestlohn zum 1. Januar 2026 angepasst, Freiburg den Normalarbeitsvertrag zum 1. Mai 2025, Neuenburg 2023, Appenzell Ausserrhoden zum 1. Januar 2026. Die Richtlinien von Zug stammen von 2020, das Merkblatt von Graubünden ist undatiert. Lest vor dem Vertrag die verlinkte Quelle eures Kantons oder fragt beim Amt nach. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

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