Aus Kanada als Au-Pair nach Europa: Diese Länder passen (2026)

AuPairMatch
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Länder-Guides

Kanadier können in den meisten europäischen Au-Pair-Ländern Au-Pair werden — mit einem nationalen Au-Pair-Aufenthaltstitel oder, je nach Land, über die Working Holiday. Die einfachsten Wege: Frankreich (bis 30 Jahre, Taschengeld mindestens 320 € im Monat, ideal für Québécois) und Deutschland (bis 26 Jahre, Deutsch auf A1-Niveau, Titel nach visumfreier Einreise vor Ort beantragbar). Ohne einen dieser Wege ist Au-Pair in Europa nicht erlaubt — auch nicht innerhalb der 90 visumfreien Tage.

Dieser Ratgeber sortiert die Länder danach, wie gut sie für Kanadier funktionieren. Alle Zahlen stammen von den zuständigen Behörden (Stand September 2026). Regeln ändern sich, deshalb steht bei jedem Land, wo du nachprüfen kannst.

Die Grundregel: 90 Tage visumfrei heißt nicht arbeiten

Mit einem kanadischen Pass darfst du 90 Tage innerhalb von 180 Tagen visumfrei durch den Schengen-Raum reisen. Arbeiten darfst du in dieser Zeit nicht — und Au-Pair gilt in allen Ländern als Tätigkeit, für die du eine Erlaubnis brauchst. Es gibt zwei Wege:

  • Nationaler Au-Pair-Titel: Viele Länder haben ein eigenes Au-Pair-Programm mit festen Regeln — Altersgrenze, Mindest-Taschengeld, maximale Stunden, Sprachkurs. Das ist der klassische Weg und schützt dich am besten, weil die Regeln verbindlich sind.
  • Working Holiday (International Experience Canada, IEC): Kanada hat mit fast allen europäischen Ländern ein Jugendmobilitäts-Abkommen. Damit bekommst du eine offene Arbeitserlaubnis, meist für 12 Monate. Aber Achtung: Ob mit einer Working Holiday die Au-Pair-Regeln gelten oder das normale Arbeitsrecht, ist von Land zu Land verschieden. Kläre das mit der Behörde, bevor du einen Vertrag unterschreibst.

Die Länder im Überblick

LandAu-Pair-AlterTaschengeld (Monat)Max. Stunden/WocheWorking Holiday mit Kanada
Frankreich18–30mind. 320 €25ja, 18–35, bis 24 Monate
Deutschland18–26mind. 280 €30ja, 18–35, 12 Monate
Belgien18–25mind. 450 €20ja, 18–30, 12 Monate
Niederlande18–25höchstens 340 €30ja, 18–30, 12 Monate
Luxemburg18–29mind. 554,27 €25ja (Details auf canada.ca)
Österreich18–27mind. 551,10 €laut AMS-Merkblattja, 18–30, 12 Monate
Dänemark18–30mind. 5.250 DKK30ja, 18–35, 12 Monate
Schweden18–30mind. 5.920 SEK25ja, 18–30, 12 Monate
Finnland17–30mind. 340 €25ja, 18–35, 12 Monate
Italien17–30frei vereinbartnicht geregeltja, 18–35, 12 Monate
Spanien17–30frei vereinbartnicht geregeltja, 18–35, 12 Monate

Au-Pair-Spalten: nationale Au-Pair-Regeln laut den Behörden der Länder, Stand 11. September 2026 (Quellen auf unseren Länderseiten). Working-Holiday-Spalte: Länderseiten von International Experience Canada auf canada.ca. In den Niederlanden ist das Taschengeld eine Obergrenze — darüber wird es steuerpflichtiger Lohn.

1. Frankreich — der natürliche Weg für Québécois

Frankreich ist laut der kanadischen Regierung das beliebteste EU-Ziel junger Kanadier im Working-Holiday-Programm, und für französischsprachige Au-Pairs aus Québec, New Brunswick oder Ontario gibt es keine Sprachhürde. Das Au-Pair-Visum gilt von 18 bis 30 Jahren, das Taschengeld liegt gesetzlich bei mindestens 320 € im Monat, die Arbeitszeit bei höchstens 25 Stunden pro Woche, und ein Sprach- oder Kulturkurs gehört verpflichtend dazu. Der Aufenthalt kann bis zu 24 Monate dauern.

Englischsprachige Kanadier sind in Frankreich ebenfalls gefragt: Viele Familien wünschen sich jemanden, mit dem die Kinder im Alltag Englisch sprechen. Französisch lernst du dann nebenbei — genau dafür ist der Kurs da.

2. Deutschland — klare Regeln, einfacher Start

Deutschland hat eines der klarsten Au-Pair-Programme Europas: 18 bis 26 Jahre, Deutsch auf Anfängerniveau (A1), mindestens 280 € Taschengeld, höchstens 30 Stunden pro Woche, dazu 70 € im Monat Zuschuss der Familie zum Sprachkurs. Für Kanadier gibt es eine Erleichterung: Staatsangehörige Kanadas dürfen visumfrei einreisen und den Aufenthaltstitel danach in Deutschland beantragen (§ 41 Aufenthaltsverordnung) — ein Visum vorab bei der Botschaft brauchst du nicht. Arbeiten darfst du trotzdem erst, wenn der Titel erteilt ist.

A1 ist das Anfängerniveau — mit einem Kurs vor der Abreise gut erreichbar. Wer über die Working Holiday kommt, braucht kein A1 — hat dann aber keinen Au-Pair-Status.

3. Belgien, Niederlande, Luxemburg — gut, aber mit engeren Grenzen

Belgien zahlt mit mindestens 450 € im Monat eines der höchsten Taschengelder, begrenzt die Arbeit aber auf 20 Stunden pro Woche und nimmt Au-Pairs nur bis 25 Jahre. In Brüssel und der Wallonie ist Französisch Alltagssprache — wieder ein Vorteil für Québécois.

In den Niederlanden läuft der Au-Pair-Titel ausschließlich über eine vom IND anerkannte Au-Pair-Agentur, und die Altersgrenze liegt bei 25 Jahren. Eine reine Selbstsuche-Plattform reicht dort allein nicht; du findest die Familie, die Agentur übernimmt den Antrag.

Luxemburg nimmt Au-Pairs bis 29 Jahre, zahlt mindestens 554,27 € und verlangt Grundkenntnisse in einer der Landessprachen.

4. Skandinavien — hohe Taschengelder, gute Englischkenntnisse

In Dänemark, Schweden und Finnland kommst du mit Englisch im Alltag weit. Dänemark nimmt Au-Pairs bis 30 Jahre, zahlt mindestens 5.250 DKK im Monat und erlaubt bis zu 24 Monate; die Familie zahlt zusätzlich einen festen Betrag für deinen Dänischkurs. Schweden verlangt mindestens 5.920 SEK und einen Schwedischkurs, Finnland mindestens 340 € und ebenfalls einen Sprachkurs. Die Lebenshaltung ist teuer — dafür sind die Taschengelder entsprechend höher.

5. Italien und Spanien — kein eigenes Programm, aber möglich

Italien und Spanien haben das Europäische Au-Pair-Abkommen von 1969 unterzeichnet, aber kein eigenes Au-Pair-Visum. Taschengeld ist üblich, aber nicht beziffert — ihr vereinbart es frei. Für Kanadier ist hier die Working Holiday der naheliegende Weg (18 bis 35 Jahre). Weil es keine festen Au-Pair-Regeln gibt, ist ein schriftlicher Vertrag mit Stunden, freien Tagen und Taschengeld besonders wichtig.

Weniger geeignet für Kanadier

Schweiz: Au-Pairs von außerhalb der EU nur bis 25 Jahre, nur über anerkannte Organisationen und mit kantonalen Kontingenten; das Abkommen mit Kanada setzt ein Jobangebot im eigenen Fachgebiet voraus. Norwegen: Neuanträge für Au-Pairs sind seit März 2024 geschlossen. Irland und Großbritannien: Au-Pairs gelten dort als Angestellte mit Anspruch auf den Mindestlohn — ein Taschengeld-Modell gibt es nicht.

Warum europäische Familien Kanadier suchen

Viele Familien in Europa wünschen sich ein Au-Pair, mit dem die Kinder ganz selbstverständlich Englisch sprechen — Kanadier bringen genau das mit, und oft Französisch dazu. Für dich heißt das: Mit einem guten Profil, das zeigt, was du mit Kindern schon gemacht hast, hast du in fast jedem dieser Länder gute Chancen.

Auf AuPairMatch suchst du selbst, kostenlos und ohne Agenturgebühr. Du legst ein Profil an, wählst deine Zielländer und schreibst Familien direkt an. Die Visa-Einschätzung gibt dir eine erste Orientierung, welche Regeln für dein Zielland gelten. Nachrichten und Profile werden automatisch in deine Sprache übersetzt, und das Kennenlernen per Video-Call läuft direkt in der App.

Checkliste vor der Abreise

In fünf Schritten nach Europa

1

Land und Weg wählen

Au-Pair-Titel oder Working Holiday? Altersgrenze und Sprachanforderung prüfen.

2

Familie finden

Profil anlegen, Zielländer wählen, Familien anschreiben, per Video kennenlernen.

3

Vertrag schriftlich festhalten

Stunden, freie Tage, Taschengeld, Sprachkurs, Versicherung — alles schwarz auf weiß.

4

Antrag stellen

Bei der Behörde des Ziellandes bzw. über das IEC-Portal von canada.ca. Bearbeitungszeiten einplanen.

5

Versicherung und Anreise

Kranken- und Haftpflichtversicherung klären, bevor du fliegst.

Deine Familie in Europa finden

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