Welche Fragen Eltern im Video-Call mit der Gastfamilie stellen sollten

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Der Video-Call mit der Gastfamilie ist der wichtigste Moment vor der Zusage — und der beste Schutz, den es gibt. Hier entscheidet sich, ob euer Kind sich bei dieser Familie wohlfühlen wird. Als Eltern dabei zu sein, ist kein Misstrauen, sondern gesunder Menschenverstand. Vier Augen sehen mehr als zwei.
Damit ihr den Call gut nutzt, haben wir die wichtigsten Fragen nach Themen sortiert. Stellt nicht alle auf einmal — wählt aus, was euch am wichtigsten ist, und plant am besten zwei Calls ein. Ein erster zum Kennenlernen, ein zweiter für die Details.
Vor dem Call: kurz vorbereiten
Ein paar Minuten Vorbereitung machen den Unterschied:
- Schreibt eure Fragen vorher auf — im Gespräch vergisst man schnell die Hälfte.
- Achtet darauf, dass beide Elternteile der Gastfamilie (falls vorhanden) und die Kinder zumindest kurz zu sehen sind. Eine Familie, die ihre Kinder nie zeigt, ist ein Warnsignal.
- Bittet um eine kleine Video-Tour durch das Zuhause und vor allem durch das künftige Zimmer eures Kindes.
- Achtet auf das Bauchgefühl. Wirkt die Familie offen und ehrlich? Lässt sie euch ausreden?
Fragen zum Alltag und zur Familie
- Wie sieht ein typischer Tag in eurer Familie aus?
- Wie alt sind die Kinder und wie ist ihr Charakter? Was machen sie gern?
- Was erwartet ihr euch von einem Au-Pair — und was ausdrücklich nicht?
- Hattet ihr schon einmal ein Au-Pair? Wie war diese Erfahrung, und besteht noch Kontakt?
- Wie würdet ihr eure Familie in drei Worten beschreiben?
Fragen zu Arbeitszeiten, Aufgaben und Freizeit
- Wie viele Betreuungsstunden pro Woche plant ihr — und zu welchen Tageszeiten?
- Welche Aufgaben gehören dazu, welche nicht? (Kinderbetreuung ja, schwere Hausarbeit nein.)
- Wie sind die freien Tage geregelt? Ist mindestens ein freies Wochenende im Monat drin?
- Wie kommt mein Kind zum Sprachkurs und zu Freunden — gibt es öffentliche Verkehrsmittel oder ein Auto?
- Wie viel Urlaub ist vorgesehen?
Achtet weniger auf perfekte Antworten als auf Ehrlichkeit. Eine Familie, die offen sagt „die Morgende sind bei uns stressig, da brauchen wir wirklich Hilfe“, ist vertrauenswürdiger als eine, bei der alles mühelos und rosig klingt. Echte Familien haben echten Alltag.
Fragen zu Sicherheit, Zimmer und Notfällen
- Könnt ihr uns das Zimmer zeigen? Hat es ein Fenster, ein eigenes Bett, einen abschließbaren Bereich und WLAN?
- In welcher Gegend wohnt ihr — Stadt, Vorort, Land? Wie sicher ist die Umgebung?
- Wie ist mein Kind versichert (Kranken-, Unfall-, Haftpflichtversicherung)?
- An wen kann sich mein Kind wenden, wenn es Heimweh hat oder etwas nicht passt?
- Wie stehen wir als Eltern im Notfall mit euch in Kontakt?
Warnsignale, die ihr ernst nehmen solltet: Die Familie weigert sich, das Zimmer oder die Kinder per Video zu zeigen; sie drängt zu einer schnellen Zusage; sie will die Kommunikation sofort weg von der Plattform auf privaten Chat verlagern; oder Arbeitszeiten und Aufgaben bleiben trotz Nachfrage vage. Vertraut in solchen Fällen eurem Bauchgefühl.


