7 Fragen, die Gastfamilien einem Au-Pair-Kandidaten stellen sollten

AuPairMatch
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Ratgeber für Familien
Happy woman with curly hair video calling on laptop, lying on sofa in cozy living room.

Photo: MART PRODUCTION / Pexels

Die wichtigsten Fragen an einen Au-Pair-Kandidaten drehen sich um echte Erfahrung mit Kindern, die Motivation und den Umgang mit Alltagssituationen — nicht um Hobbys oder einen schön formulierten Lebenslauf. Frag konkret nach: „Erzähl mir von einer Situation, in der …“. So erfährst du, wie jemand wirklich denkt und handelt, statt nur höfliche Standardantworten zu hören.

In diesem Guide findest du sieben Fragen, die du im Video-Interview stellen solltest, um herauszufinden, ob ein Au-Pair zu eurer Familie passt. Sie sind so gebaut, dass die Antworten dir etwas verraten — über Erfahrung, Charakter und realistische Erwartungen. Ehrlich und ohne Schönfärberei.

7 Fragen für das Video-Interview

Stell diese Fragen offen und lass dir Zeit für die Antworten. Achte weniger auf die perfekte Formulierung und mehr darauf, ob die Antwort konkret und ehrlich wirkt. Ein Au-Pair, das von echten Erlebnissen erzählt, ist meist authentischer als eines, das nur sagt, was du hören willst.

1

Erzähl mir von deiner bisherigen Erfahrung mit Kindern — am liebsten an einem konkreten Beispiel.

Warum es zählt: „Ich liebe Kinder“ sagt jeder. Eine konkrete Situation — Babysitten, jüngere Geschwister, ein Ferienjob im Kindergarten — zeigt echte Erfahrung. Eine gute Antwort beschreibt Alter der Kinder, was die Aufgabe war und wie das Au-Pair damit umgegangen ist. Vage Antworten ohne Beispiel sind ein Warnsignal.

2

Warum möchtest du Au-Pair werden — und warum gerade in unserem Land?

Warum es zählt: Die Motivation entscheidet, wie ein Au-Pair durch schwierige Tage kommt. Eine gute Antwort verbindet ehrliche Gründe (Sprache lernen, eine Kultur erleben, Erfahrung mit Kindern) mit einem konkreten Bezug zu eurem Land. Wenn es nur um „irgendwie ins Ausland“ oder ums Geld geht, passt die Erwartung selten zur Realität eines Au-Pair-Jahres.

3

Wie würdest du reagieren, wenn unser Kind einen Trotzanfall bekommt oder krank wird?

Warum es zählt: Solche Situationsfragen zeigen, wie jemand unter Druck denkt — nicht ob er die „richtige“ Antwort auswendig kann. Eine gute Antwort bleibt ruhig, nennt einen praktischen Umgang (z. B. trösten, ablenken, bei Krankheit euch sofort informieren) und gibt zu, wann sie euch um Hilfe bitten würde. Ehrliches „Da würde ich euch fragen“ ist besser als Überheblichkeit.

4

Wie sind deine Sprachkenntnisse, und welche Lernziele hast du?

Warum es zählt: Sprache ist im Alltag entscheidend — beim Spielen, bei Anweisungen, im Notfall. Eine ehrliche Selbsteinschätzung („mein Deutsch ist Anfänger, ich will einen Kurs besuchen“) ist mehr wert als übertriebene Versprechen. Das Video-Interview selbst zeigt dir live, wie das Verständigen klappt — und ob ihr geduldig miteinander seid.

5

Wie stellst du dir deine Freizeit und dein Privatleben bei uns vor?

Warum es zählt: Ein Au-Pair zieht in euer Zuhause ein — passende Erwartungen an Freizeit beugen Konflikten vor. Eine gute Antwort zeigt realistische Vorstellungen (Freunde finden, einen Sprachkurs besuchen, freie Tage nutzen) und fragt zurück, wie euer Alltag aussieht. So merkst du früh, ob Wohnsituation und Erwartungen zusammenpassen.

6

Kannst und willst du schwimmen, Fahrrad oder Auto fahren, einfache Gerichte kochen — was für unseren Alltag wichtig ist?

Warum es zählt: Praktische Fähigkeiten entscheiden, ob ein Au-Pair in euren Alltag passt. Wenn ihr aufs Land zieht und ein Auto braucht oder die Kinder zum Schwimmen begleitet werden, ist das kein Detail. Eine gute Antwort ist ehrlich über Können und Bereitschaft — „Autofahren würde ich gern lernen“ ist ein guter Start, „ich habe Angst vor Wasser“ bei einem Pool-Haushalt eher nicht.

7

Was erwartest du von uns als Familie?

Warum es zählt: Diese Frage stellen viele Familien nie — dabei verrät sie am meisten. Eine gute Antwort nennt konkrete Wünsche (Unterstützung beim Ankommen, klare Absprachen, Einbindung in die Familie) und zeigt, dass das Au-Pair die Beziehung als zweiseitig versteht. Wer gar keine Erwartungen hat, hat oft noch nicht ehrlich darüber nachgedacht.

Tipp: Ein einzelnes Video-Gespräch reicht selten. Plant lieber zwei oder drei kürzere Calls ein — beim zweiten Mal sind beide Seiten entspannter und ehrlicher. Und sprecht offen über eure Erwartungen: Arbeitszeiten, Aufgaben, freie Tage. Ehrliche Erwartungen vorab schlagen jeden perfekten Lebenslauf.

So wertest du die Antworten aus

Es gibt keine „perfekte“ Antwort — wichtiger ist, ob sie ehrlich und konkret klingt. Achte auf diese Signale:

  • Konkret statt allgemein: echte Beispiele schlagen schöne Floskeln.
  • Ehrlich über Grenzen: Wer zugibt, etwas noch zu lernen, ist vertrauenswürdiger als jemand, der alles kann.
  • Stellt selbst Fragen: ein Au-Pair, das zurückfragt, denkt mit und nimmt das Jahr ernst.
  • Stimmiges Bauchgefühl: Tonfall, Geduld und Wärme im Gespräch sagen oft mehr als jede Antwort.

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