Notfall-Plan: Was Eltern & Au-Pair vorher absprechen sollten

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Bevor das Au-Pair-Jahr beginnt, sollten Au-Pair und Eltern einen konkreten Notfall-Plan absprechen — sechs Punkte reichen: wichtige Kontakte, Versicherung & Gesundheit, Geld-Notfall, Kommunikation, Exit-Plan und Dokumente. Entscheidend ist, dass jeder Punkt eine klare „wenn X, dann Y“-Regel hat, nicht nur einen guten Vorsatz.
Das klingt nach viel — ist aber an einem Nachmittag erledigt und nimmt enorm viel Druck raus. Ein guter Plan bedeutet nicht, dass etwas schiefgeht. Er bedeutet nur, dass ihr im seltenen Fall der Fälle nicht improvisieren müsst. Genau das gibt allen — dem Au-Pair und den Eltern zu Hause — ein ruhiges Gefühl.
Der Notfall-Plan in sechs Schritten
Geht die Liste gemeinsam durch und haltet alles an einem zentralen Ort fest — am besten digital (geteiltes Dokument) und einmal ausgedruckt. So hat jeder im Ernstfall Zugriff, auch ohne Handy.
1. Wichtige Kontakte sammeln
Tragt die zentralen Nummern an einer Stelle zusammen: die Gastfamilie (alle Erwachsenen), die nächste Botschaft oder das Konsulat des Heimatlandes, die 24-Stunden-Notfallnummer der Versicherung und eine Vertrauensperson vor Ort (eine andere Au-Pair, eine Nachbarin, der Sprachkurs-Kontakt). Speichert alles doppelt: im Handy und auf Papier.
2. Versicherung & Gesundheit klären
Die Versicherungspolice gehört griffbereit — Nummer im Handy, Kopie im Dokumentenordner. Besprecht vorab, was im Krankheitsfall zu tun ist: Wer wird zuerst angerufen, welche Klinik ist nah, deckt die Police auch eine Rückführung (Repatriierung) ins Heimatland? Notiert auch wichtige Vorerkrankungen und Medikamente.
3. Geld-Notfall absichern
Vereinbart ein kleines Notfall-Budget, an das niemand sonst rangeht. Klärt, wie schnell die Eltern im Ernstfall Geld überweisen können und über welchen Weg. Eine zweite Bankkarte (Reservekarte), getrennt von der ersten aufbewahrt, schützt davor, bei Verlust oder Diebstahl plötzlich ohne Zahlungsmittel dazustehen.
4. Kommunikations-Notfallplan vereinbaren
Legt eine feste Eskalation fest: Meldet sich das Au-Pair 24–48 Stunden gar nicht und ist nicht erreichbar, ruft Person A die Gastfamilie an; bleibt das ohne Ergebnis, kommt Person B oder die Botschaft ins Spiel. Eine vereinbarte Kette verhindert Panik und doppeltes Anrufen.
5. Exit-Plan festhalten
Falls die Familie einfach nicht passt, ist das kein Drama, sondern ein normaler Fall. Sprecht vorher durch, wie ein geordneter Wechsel zu einer anderen Familie oder eine ruhige Rückreise abläuft — wer informiert wird, welche Fristen gelten, wie das Ticket organisiert wird. Wer den Ausweg kennt, bleibt im Zweifel gelassener.
6. Dokumente zentral hinterlegen
Macht Kopien (Scan und Foto) von Reisepass, Visum, Versicherungspolice, Au-Pair-Vertrag und Flugticket. Legt sie an einem geschützten Ort ab, auf den auch die Eltern zu Hause zugreifen können. Geht ein Original verloren, ist der Ersatz mit einer Kopie deutlich schneller besorgt.
Der häufigste Fehler ist, es bei guten Vorsätzen zu belassen („Wir melden uns ja eh oft“). Vereinbart stattdessen eine konkrete wenn-dann-Kette: Wenn sich das Au-Pair 48 Stunden nicht meldet UND nicht erreichbar ist, DANN ruft Mama die Gastfamilie an — und wenn das nichts bringt, DANN die Botschaft. Schreibt diese Sätze wörtlich auf. Im Stress denkt niemand mehr klar; ein fertiger Plan tut es für euch.
Wer macht was?
Verteilt die Verantwortung klar, damit im Ernstfall niemand erst überlegen muss. Eine einfache Aufteilung:
- Das Au-Pair sorgt dafür, dass alle Kontakte und Dokumente vor der Abreise gespeichert und griffbereit sind — auf dem Handy und auf Papier.
- Die Eltern zu Hause kennen die Eskalationskette und haben Zugriff auf die Dokumenten-Kopien und die Versicherungsdaten.
- Die Gastfamilie sollte den groben Plan ebenfalls kennen — vor allem, wen sie kontaktiert, falls dem Au-Pair etwas passiert.
Wenn alle drei Seiten dieselben Eckpunkte kennen, funktioniert der Plan auch dann, wenn eine Person ausfällt.
Plant einen festen, lockeren Check-in — zum Beispiel jeden Sonntagabend eine kurze Nachricht. Das ist kein Kontrollzwang, sondern eine ruhige Routine: Bleibt die Nachricht einmal aus, weiß jeder sofort, dass es Zeit für den nächsten Schritt der vereinbarten Kette ist.
