Die erste Woche als Au-Pair: Checkliste Tag für Tag

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In deiner ersten Woche als Au-Pair geht es nicht ums Funktionieren, sondern ums Ankommen: ausruhen, die Kinder und ihre Routinen kennenlernen, Arbeitszeit und Freizeit schriftlich klären, das Nötigste erledigen und am Ende der Woche ehrlich Bilanz ziehen.
Diese Checkliste begleitet dich durch die ersten sieben Tage. Du musst nicht alles an einem Tag schaffen — und nicht alles perfekt. Die Reihenfolge hilft dir nur, den Überblick zu behalten.
Zur Orientierung, am Beispiel Deutschland: höchstens 30 Stunden pro Woche und 6 Stunden am Tag, 1,5 freie Tage pro Woche. Die Gastfamilie zahlt deine Versicherung und beteiligt sich mit 70 € im Monat an deinem Sprachkurs. In anderen Ländern gelten andere Regeln — schau auf die Länderseite deines Ziellands.
Tag 1 und 2: Ankommen und ausruhen
Nach der Reise bist du müde, vielleicht mit Jetlag, und alles ist laut und fremd. Das ist normal. Plane für die ersten beiden Tage bewusst wenig ein.
- Kurz zu Hause Bescheid geben: Eine Nachricht, dass du gut angekommen bist, beruhigt deine Familie — und dich.
- Zimmer einrichten: Koffer auspacken, ein paar Fotos oder Dinge von zu Hause aufstellen. Ein eigener Ort hilft gegen das Gefühl, nur zu Gast zu sein.
- WLAN, Schlüssel, Hausnummer: Frag nach dem WLAN-Passwort, lass dir zeigen, wie Haustür und Schlüssel funktionieren, und speichere die Adresse im Handy.
- Notfallnummern: Handynummern beider Eltern, Kinderarzt, Nachbarn — und die Notrufnummer des Landes.
- Schlafen: Früh ins Bett ist ausdrücklich erlaubt.
Tag 2 und 3: Hausregeln und Kinderroutinen
Jetzt lernst du den Alltag kennen. Am besten begleitest du die Eltern zuerst einfach: Wie läuft der Morgen? Wer bringt die Kinder wohin? Wie sieht das Abendritual aus?
- Routinen der Kinder: Aufstehen, Essen, Kita- oder Schulweg, Mittagsschlaf, Zubettgehen. Schreib dir die wichtigsten Zeiten auf.
- Gesundheit und Sicherheit: Allergien, Medikamente, was bei Fieber zu tun ist, wo der Erste-Hilfe-Kasten liegt.
- Regeln für die Kinder: Bildschirmzeit, Süßigkeiten, was erlaubt ist und was nicht. So sprecht ihr mit einer Stimme.
- Hausregeln für dich: Besuch, Küche, Bad, Ruhezeiten, Nutzung von Auto oder Fahrrad.
Frag lieber einmal zu viel — Nachfragen zeigen Verantwortung.
Tag 3: Plan und Freizeit schriftlich festhalten
Der wichtigste Punkt der ganzen Woche: ein schriftlicher Wochenplan. Darin steht, wann du mit den Kindern bist, wann dein Sprachkurs ist und wann du frei hast. Ein geteilter Kalender oder ein Blatt am Kühlschrank reicht. Was schriftlich steht, führt später seltener zu Missverständnissen.
Als Au-Pair betreust du Kinder und lebst einen Kulturaustausch — du bist keine Haushaltshilfe. Putzen, Kochen oder Wäsche für die ganze Familie gehören nicht zu deinen Aufgaben. Wenn der Plan anders aussieht, sprich es früh und freundlich an.
Die Papierkram-Checkliste
| Aufgabe | Warum | Wann |
|---|---|---|
| Wohnsitz anmelden | So, wie es dein Gastland verlangt — oft ist dafür eine Frist vorgeschrieben | In der ersten Woche mit der Gastfamilie klären |
| Aufenthaltstitel prüfen | Nur wenn du ein Visum brauchst: Frag nach, ob und wann du zur Ausländerbehörde musst | Früh, Termine sind oft knapp |
| Versicherung | Unterlagen und Karte besorgen, wissen, wie du zum Arzt gehst | Erste Woche |
| Handy und SIM-Karte | Erreichbar sein, für die Familie und für Notfälle | Tag 1 bis 3 |
| Bankkonto | Falls dein Taschengeld überwiesen wird | Erste bis zweite Woche |
| Monatsticket | Unabhängig zu Sprachkurs und Treffen fahren | Vor dem ersten Kurstag |
| Sprachkurs | Anmeldung, Einstufung, Kurszeiten in den Wochenplan | Erste Woche |
Tag 4: Sprachkurs und Umgebung erkunden
Fahr die Strecke zur Sprachschule einmal ab, bevor der Kurs beginnt, am besten mit jemandem aus der Familie. Merk dir, wie du vom Supermarkt, von der Kita oder der Schule und vom Bahnhof nach Hause kommst. Ein Spaziergang mit den Kindern zeigt dir Spielplätze und Bibliothek.
Der Sprachkurs ist mehr als Unterricht: Dort sitzen andere Neue, die genau wie du jemanden zum Reden suchen.
Tag 5 und 6: Erste Kontakte knüpfen
Warte nicht, bis sich Freundschaften von selbst ergeben. Ein erstes Treffen in der ersten oder zweiten Woche macht einen großen Unterschied. Gute Wege sind der Sprachkurs, die Au-Pair-Gruppen deiner Stadt auf Facebook oder WhatsApp, ein Au-Pair-Stammtisch und das Netzwerk deiner Gastfamilie. Mehr Ideen findest du in Als Au-Pair Freunde finden.
Auf AuPairMatch kannst du deine Vermittlung eintragen und von deiner Gastfamilie bestätigen lassen. Dann zeigt dir die Community andere Au-Pairs im Umkreis deiner Gastfamilie — du schreibst eine Nachricht und machst ein Treffen aus. Das geht auch, wenn du deine Familie über eine andere Plattform oder Agentur gefunden hast.
Frag deine Gasteltern ganz direkt: „Kennt ihr andere Familien mit Au-Pair?“ Ein Satz im Elternchat der Kita oder Schule bringt oft schneller einen Kontakt als jede Suche.
Heimweh ist normal
Irgendwann in dieser Woche kommt vielleicht ein Abend, an dem du am liebsten nach Hause fliegen würdest. Das heißt nicht, dass du die falsche Entscheidung getroffen hast. Es heißt, dass gerade sehr viel neu ist. Plane feste, aber nicht zu häufige Anrufe nach Hause, geh raus, bewege dich, und schreib auf, was schon gut geklappt hat.
Konkrete Hilfe findest du in Heimweh als Au-Pair: 10 Tipps und, wenn es eher Einsamkeit ist, in Einsam in den ersten Wochen.
Tag 7: Das erste Feedbackgespräch
Termin vorschlagen
Bitte um 20 ruhige Minuten mit den Gasteltern, ohne Kinder und ohne Zeitdruck — zum Beispiel am Freitagabend oder Sonntag.
Mit dem Positiven beginnen
Sag, was dir gefallen hat und was mit den Kindern schon gut läuft. Das schafft eine offene Stimmung für den Rest.
Offene Fragen klären
Was ist dir unklar geblieben? Passt der Wochenplan zur Realität? Stimmen Arbeitszeit und Freizeit mit dem überein, was ihr vereinbart habt?
Nach ihrem Eindruck fragen
Frag, was sich die Eltern anders wünschen. Kritik in der ersten Woche ist meist einfach Abstimmung, kein Urteil über dich.
Nächstes Gespräch festlegen
Vereinbart ein kurzes Gespräch pro Woche für den ersten Monat. So bleibt Kleines klein.
Deine Gastfamilie hat übrigens ihre eigene Liste für den Start: Die ersten vier Wochen mit Au-Pair — Checkliste für Gastfamilien.
Wer ist schon in deiner Gegend?
Trag deine Vermittlung ein und lass sie von deiner Gastfamilie bestätigen — dann siehst du Au-Pairs in der Nähe und alle, die bald dazukommen.
