Krank als Au-Pair: So sagst du es der Gastfamilie (mit Vorlage)

AuPairMatch
6 Min. Lesezeit
Ratgeber für Au-Pairs
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Photo: Darina Belonogova / Pexels

Wenn du krank bist, sag es deiner Gastfamilie so früh wie möglich — am besten vor Dienstbeginn, kurz und konkret: wie es dir geht, was du heute schaffst und was nicht. Danach ruhst du dich aus, ohne schlechtes Gewissen.

Krank zu werden ist im Ausland doppelt unangenehm: fremde Sprache, fremdes Gesundheitssystem und das Gefühl, die Familie im Stich zu lassen. Dabei ist ein Krankheitstag völlig normal. Entscheidend ist nicht, dass du nie ausfällst, sondern dass alle rechtzeitig wissen, woran sie sind.

Schritt für Schritt: Was du am Krankheitstag tust

Dein Ablauf, wenn du morgens krank aufwachst

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1. Sofort Bescheid geben

Schreib oder sag es deiner Gastfamilie, sobald du merkst, dass es nicht geht — nicht erst, wenn die Kinder schon auf dich warten. Je früher die Eltern es wissen, desto leichter finden sie eine Lösung für den Tag.

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2. Konkret sagen, was geht und was nicht

„Mir geht es schlecht“ hilft wenig. Besser: „Ich habe Fieber und kann die Kinder heute nicht zur Schule bringen. Nachmittags schaue ich, wie es mir geht.“ So kann die Familie planen.

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3. Die Betreuung der Kinder den Eltern überlassen

Wer für die Kinder einspringt, organisieren die Eltern. Du musst keinen Ersatz suchen und dich auch nicht halb krank durch den Tag schleppen.

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4. Ausruhen — wirklich

Bleib im Bett, trink genug, iss etwas Leichtes. Ein Tag echte Ruhe bringt dich meist schneller zurück als drei Tage halbe Kraft.

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5. Kurzes Update geben

Melde dich am Abend oder am nächsten Morgen noch einmal: besser, gleich, schlechter? Wenn du zum Arzt gehst, sag es der Familie vorher.

Die Nachricht: eine Vorlage zum Anpassen

Gerade wenn die Sprache noch nicht sitzt, hilft ein fertiger Text. Du kannst ihn so übernehmen oder anpassen:

„Guten Morgen! Mir geht es leider nicht gut — ich habe seit heute Nacht Fieber und Halsschmerzen. Ich kann heute die Kinder nicht betreuen. Ich bleibe im Bett und melde mich am Nachmittag noch einmal. Wenn es nicht besser wird, würde ich gern zum Arzt gehen. Könnt ihr mir sagen, welche Praxis ihr empfehlt?“

Die Nachricht enthält alles Wichtige: was du hast, was das für den Tag bedeutet, wann du dich wieder meldest und wobei du Hilfe brauchst. Eine Entschuldigung ist nett, aber nicht nötig. Krank sein ist kein Fehlverhalten.

Du schreibst mit deiner Familie über AuPairMatch? Eingehende Nachrichten im Chat werden automatisch in die Sprache des Lesers übersetzt. So kommt deine Krankmeldung auch dann richtig an, wenn dein Deutsch noch holpert.

Arztbesuch und Versicherung

Wenn du dir Sorgen machst oder merkst, dass etwas nicht stimmt, geh zum Arzt — lieber einmal zu früh als zu spät. Du brauchst dafür keinen bestimmten Grund. Wird es nach ein, zwei Tagen nicht besser, lass dich auf jeden Fall untersuchen. Frag die Familie nach einer Praxis in der Nähe — sie kennt die Abläufe vor Ort. In einem echten Notfall wählst du in der ganzen EU die 112.

Zum Arzttermin nimmst du die Versicherungskarte oder den Nachweis deiner Versicherung mit, den du von der Familie oder vom Versicherer bekommen hast. Bewahre Rechnungen, Rezepte und Quittungen auf; manche Versicherungen erstatten Kosten erst im Nachhinein.

Wer die Versicherung zahlt, hängt vom Land ab. In Deutschland übernimmt laut Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit die Gastfamilie die Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung des Au-Pairs. In den Ländern, in denen das Europäische Au-pair-Abkommen gilt (Dänemark, Frankreich, Italien, Spanien), sieht Artikel 10 eine Krankenversicherung vor; wo keine öffentliche Absicherung greift, schließt die Familie eine private ab. Details erklärt unser Ratgeber zur Au-Pair-Versicherung.

Was bei Krankheit genau gilt — Taschengeld, ab wann ein ärztliches Attest nötig ist, wie lange man ausfallen darf — gehört in euren Vertrag. Lest die Stelle gemeinsam und fragt im Zweifel bei der zuständigen Stelle eures Gastlandes nach. Dieser Artikel ersetzt keine Rechtsberatung.

Ansteckend? Dann Abstand zu den Kindern

Bei Magen-Darm, Grippe oder einem starken Infekt ist Abstand die beste Hilfe für alle. Kein Kuscheln, kein Vorlesen im Kinderzimmer, eigenes Handtuch, häufig Hände waschen. Wenn möglich, isst du in deinem Zimmer. Sag der Familie ehrlich, was du hast, damit sie auf erste Anzeichen bei den Kindern achten kann.

Auch die Seele darf krank sein

Krankheit ist nicht nur Fieber. Erschöpfung, Schlafprobleme, ständige Traurigkeit oder das Gefühl, alles wird dir zu viel, sind genauso ernst zu nehmen. Oft steckt Überlastung dahinter: zu viele Stunden, zu wenig freie Zeit, kaum Kontakte außerhalb der Familie. Ein Au-Pair ist Gast in der Familie und keine Haushaltshilfe. Wenn sich deine Aufgaben unbemerkt immer weiter ausdehnen, lies nach, was bei Arbeitszeiten und freien Tagen üblich ist, und sprich es in Ruhe an. Wenn eher das Heimweh drückt, helfen dir unsere Tipps gegen Heimweh. Und wenn es dir über Wochen schlecht geht, such dir ärztliche Hilfe. Das ist kein Versagen.

Für Gastfamilien: So unterstützt ihr euer Au-Pair

Euer Au-Pair ist weit weg von zu Hause, oft zum ersten Mal krank ohne die eigenen Eltern. Ein kurzes „Ruh dich aus, wir schaffen das“ und die Adresse einer Praxis wirken mehr, als ihr denkt. Setzt euer Au-Pair nicht unter Druck, früher wieder einzusteigen, und fragt nicht nach, ob es „wirklich so schlimm“ ist. Wer sich krank zum Dienst quält, steckt am Ende die Kinder an.

Am einfachsten ist es, wenn ihr vorher festlegt, wer im Krankheitsfall einspringt: ein Elternteil im Homeoffice, Großeltern, Nachbarn. Unser Notfall-Plan für Au-Pair und Eltern hilft beim Absprechen.

Checkliste: Das besprecht ihr, bevor jemand krank wird

  • Auf welchem Weg und bis wann meldet sich das Au-Pair krank?
  • Wer betreut die Kinder, wenn das Au-Pair ausfällt?
  • Welche Arztpraxis ist nah, und wo liegt die Versicherungskarte?
  • Welche Notfallnummern hängen sichtbar in der Wohnung?
  • Was steht im Vertrag zu Krankheit, Taschengeld und Attest?
  • Wie geht ihr mit ansteckenden Infekten im Haushalt um?

Finde eine Familie, mit der du offen reden kannst