Au-Pair finden in Österreich: Der Leitfaden für Gastfamilien (2026)

AuPairMatch
8 Min. Lesezeit
Ratgeber für Familien

Gastfamilien in Österreich dürfen ihr Au-Pair selbst suchen — eine Agentur ist nicht vorgeschrieben. Anders als in Deutschland ist das Au-Pair hier rechtlich geringfügig beschäftigt: Es bekommt kein Taschengeld, sondern ein Mindestentgelt von 551,10 € brutto im Monat (2026), 15-mal im Jahr, für höchstens 16,5 Wochenstunden. Die Familie meldet die Beschäftigung an und sorgt für Zimmer, Verpflegung und mindestens die Hälfte der Deutschkurskosten.

Dieser Leitfaden richtet sich an Familien in Österreich, die zum ersten Mal ein Au-Pair aufnehmen oder es diesmal ohne Agentur organisieren wollen. Alle Zahlen stammen aus dem Infoblatt Au-pair und dem Mustervertrag 2026 des Arbeitsmarktservice (AMS) sowie vom Unternehmensserviceportal USP.gv.at, geprüft am 18. September 2026.

Die Regeln auf einen Blick

ThemaRegel in ÖsterreichQuelle
Alter des Au-Pairs18 bis 27 JahreAMS-Infoblatt Au-pair
DeutschkenntnisseNiveau A1 vor Beginn (Au-Pairs von außerhalb der EU)AMS-Infoblatt, USP.gv.at
Entgeltmindestens 551,10 € brutto im Monat, 15-mal im JahrAMS-Infoblatt, AMS-Mustervertrag 2026
Stundenhöchstens 16,5 pro Woche, Arbeitsbereitschaft eingerechnetAMS-Infoblatt
Freizeitmindestens ein ganzer freier Tag pro WocheAMS-Mustervertrag 2026
Urlaub30 Werktage im Jahr nach dem UrlaubsgesetzAMS-Mustervertrag 2026
Sprachkursdie Familie trägt mindestens die Hälfte der DeutschkurskostenAMS-Infoblatt
VersicherungAnmeldung zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der ÖGK durch die Familie; eine in Österreich gültige Krankenversicherung muss zusätzlich bestehenAMS-Infoblatt, USP.gv.at
Vertragamtlicher Mustervertrag des AMSAMS-Mustervertrag 2026
Dauerhöchstens 12 Monate (6 Monate, einmal um 6 verlängerbar)AMS-Infoblatt
AufenthaltAu-Pairs aus der EU oder dem EWR: Anmeldebescheinigung; von außerhalb der EU: AMS-Anzeigebestätigung und Aufenthaltsbewilligung für Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit, beantragt vor der Einreise bei der österreichischen VertretungsbehördeUSP.gv.at

Quellen: AMS, Infoblatt Au-pair (Stand 1. Januar 2026) und Au-pair-Mustervertrag 2026 (ams.at); Unternehmensserviceportal, Au-pair (usp.gv.at, aktualisiert 10. August 2026). Geprüft am 18. September 2026. Das Mindestentgelt wird jährlich an die Geringfügigkeitsgrenze angepasst. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Warum Österreich anders rechnet als Deutschland

In Deutschland ist das Au-Pair-Taschengeld eine Empfehlung der Bundesagentur für Arbeit. In Österreich ist das Entgelt ein Mindestlohntarif, festgesetzt vom Bundeseinigungsamt und gebunden an die Geringfügigkeitsgrenze der Sozialversicherung. Daraus folgt alles Weitere: Die Wochenstunden liegen mit 16,5 deutlich unter den 30 in Deutschland, das Au-Pair ist gesetzlich unfallversichert, und es gibt 15 Monatsentgelte statt zwölf — zwei Urlaubs- und ein Weihnachtsgeld gehören dazu, wie bei jedem Arbeitsverhältnis in Österreich.

Für euren Alltag heißt das: Ein Au-Pair in Österreich ersetzt keine Vollzeitbetreuung. Es passt zu Familien, die Unterstützung zu Randzeiten brauchen — Kinder morgens fertig machen, nachmittags abholen, bei den Hausaufgaben begleiten, spielen, vorlesen. Dazu kommt, was keine Kinderbetreuungseinrichtung bietet: Eure Kinder erleben im Alltag eine andere Sprache und Kultur. Ein Au-Pair ist keine Haushaltshilfe; Putzen, Wäsche und Kochen für alle gehören nicht zu seinen Aufgaben.

Was ihr als Gastfamilie bietet

  • Entgelt: mindestens 551,10 € brutto im Monat, 15-mal im Jahr. Rechnet also mit rund 8.270 € im Jahr allein für das Entgelt. Mehr ist erlaubt.
  • Zimmer und Verpflegung: ein möbliertes, absperrbares eigenes Zimmer und volle Verpflegung, beides kostenlos. Das Au-Pair isst mit euch und gehört zum Familienalltag.
  • Sprachkurs: Zeit für den Deutschkurs und mindestens die Hälfte der Kurskosten.
  • Versicherung: Ihr meldet das Au-Pair zur gesetzlichen Unfallversicherung bei der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) an; bis zur Geringfügigkeitsgrenze genügt das. Eine Krankenversicherung kommt dazu: privat, wenn kein Sozialversicherungsabkommen mit dem Heimatland greift. Für die Aufenthaltsbewilligung ist sie Pflicht.
  • Freizeit: höchstens 16,5 Stunden pro Woche, mindestens ein ganzer freier Tag pro Woche, 30 Werktage Urlaub im Jahr.
  • Suche: Auf AuPairMatch in der Gründungsphase 0 €; bei anderen Plattformen oder Agenturen je nach Anbieter.

Wie das österreichische Entgelt im Vergleich zu anderen Ländern liegt, zeigt unser Taschengeld-Ländervergleich 2026. Die Regeln aus Sicht des Au-Pairs stehen auf unserer Länderseite Au-Pair in Österreich.

Au-Pair aus der EU oder von außerhalb der EU?

Au-Pairs aus der EU, dem EWR oder der Schweiz brauchen keine Bewilligung. Sie melden sich innerhalb von vier Monaten nach der Ankunft an und erhalten eine Anmeldebescheinigung. Nutzt trotzdem den AMS-Mustervertrag und haltet die Grenzen aus dem Infoblatt ein — so wissen beide Seiten von Anfang an, woran sie sind.

Au-Pairs von außerhalb der EU brauchen zwei Dinge. Erstens meldet ihr als Familie die Beschäftigung mindestens zwei Wochen vor Beginn beim regionalen AMS und erhaltet eine Anzeigebestätigung, zunächst für sechs Monate, einmal um sechs Monate verlängerbar. Zweitens braucht das Au-Pair eine Aufenthaltsbewilligung für Sonderfälle unselbständiger Erwerbstätigkeit, die es persönlich bei der österreichischen Vertretungsbehörde in seinem Heimatland beantragt. Voraussetzung ist ein Deutschnachweis auf Niveau A1 vor Beginn. Außerdem darf das Au-Pair innerhalb der letzten fünf Jahre nicht länger als zwölf Monate als Au-Pair in Österreich gewesen sein.

So findet ihr euer Au-Pair: Schritt für Schritt

In sechs Schritten zum Au-Pair in Österreich

1

Wünsche klären

Zeitraum, Alter der Kinder, Betreuungszeiten, Sprachen, Führerschein — und ob ein Au-Pair aus der EU oder von außerhalb der EU passt. Davon hängt ab, ob die AMS-Anzeige nötig ist.

2

Familienprofil anlegen

Beschreibt ehrlich euren Alltag: Kinder, Wohnort, Zimmer, Schul- und Kindergartenzeiten, freie Tage, Entgelt. Nennt die 16,5-Stunden-Grenze gleich im Profil, damit Erwartungen stimmen.

3

Selbst suchen oder Agentur beauftragen

Auf Selbstsuche-Plattformen schreibt ihr Au-Pairs direkt an. Eine Agentur übernimmt Vorauswahl und Papierkram gegen Gebühr. Viele Familien nutzen mehrere Wege parallel.

4

Per Video kennenlernen

Mindestens ein ausführliches Gespräch, gern mit den Kindern dabei.

5

AMS-Mustervertrag unterschreiben

Stunden, freier Tag, Entgelt, Sprachkurs, Urlaub. Beide unterschreiben, jede Seite behält ein Exemplar.

6

Anmelden und Anreise vorbereiten

Bei Au-Pairs von außerhalb der EU: Anzeige beim regionalen AMS mindestens zwei Wochen vor Beginn, danach beantragt das Au-Pair die Aufenthaltsbewilligung. Für alle: Anmeldung bei der ÖGK und Deutschkurs gemeinsam aussuchen.

Kandidaten per Video-Call gut kennenlernen

Im Gespräch zählt mehr als ein Lebenslauf. Fragt konkret: Was hast du mit Kindern in diesem Alter schon gemacht? Was tust du, wenn ein Kind nach dem Kindergarten nicht zur Ruhe kommt? Wie viel Deutsch sprichst du, und was möchtest du in Österreich lernen? Erzählt ehrlich von eurem Alltag, auch von den anstrengenden Seiten: frühe Morgen, Ferienbetreuung, Abende mit Babysitting. Eine ausführliche Liste findet ihr in unseren Fragen, die Gastfamilien Au-Pair-Kandidaten stellen sollten.

Auf AuPairMatch startet ihr das Video-Meeting nach dem Match direkt auf der Plattform, ohne Telefonnummern zu tauschen.

Typische Fehler — und wie ihr sie vermeidet

  • Mit den Sätzen vom Vorjahr rechnen. Das Mindestentgelt steigt jedes Jahr mit der Geringfügigkeitsgrenze, und die Stundengrenze wandert mit: 2024 waren es noch 17 Stunden, 2026 sind es 16,5. Prüft vor dem Vertrag Infoblatt und Mustervertrag des AMS.
  • Das Entgelt wie Taschengeld behandeln. Es ist ein Bruttobetrag aus einem Arbeitsverhältnis; die Anmeldung bei der ÖGK gehört dazu.
  • Arbeitsbereitschaft nicht mitzählen. Zeiten, in denen das Au-Pair für die Kinder da sein muss, zählen zu den 16,5 Stunden — auch Babysitting am Abend.
  • Das Au-Pair als Haushaltshilfe sehen. Wer eine Haushaltskraft sucht, sucht kein Au-Pair.
  • Zu spät anfangen. Bei Au-Pairs von außerhalb der EU kommen die AMS-Anzeige und die Aufenthaltsbewilligung dazu. Plant den Zeitpuffer ein, bevor ihr einen festen Starttermin zusagt.

Rechtliche Stolperfallen in Österreich

Das Mindestentgelt und die 16,5 Stunden sind verbindlich, nicht verhandelbar. Ein Au-Pair von außerhalb der EU darf erst anfangen, wenn die Anzeigebestätigung des AMS vorliegt und die Aufenthaltsbewilligung erteilt ist. Wer das Au-Pair ohne Anmeldung bei der ÖGK beschäftigt, riskiert Nachforderungen und Strafen. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Warum AuPairMatch für Familien in Österreich

Weil in Österreich die Familie die Beschäftigung selbst anzeigt, braucht ihr für die Suche keine Agentur. Auf AuPairMatch legt ihr ein Familienprofil an, seht über den Match-Score, welche Au-Pairs zu euren Wünschen passen, und schreibt sie direkt an. Nachrichten und Profiltexte werden automatisch in eure Sprache übersetzt, das Original ist einen Klick entfernt. Das Kennenlernen per Video-Call läuft direkt auf der Plattform. In der Gründungsphase ist das für Gastfamilien kostenlos, Kontaktaufnahme eingeschlossen.

AuPairMatch ist 2026 gestartet und wächst; etablierte Anbieter haben mehr Profile. Viele Familien suchen deshalb auf mehreren Plattformen parallel — ein zusätzliches kostenloses Profil erweitert eure Suche. Den Papierkram (Mustervertrag, AMS-Anzeige, ÖGK-Anmeldung) erledigt ihr selbst oder mit einer Agentur eurer Wahl.

Euer Au-Pair für Österreich finden

Familienprofil anlegen, Au-Pairs mit Match-Score ansehen und direkt anschreiben — in der Gründungsphase kostenlos.