Au-Pair finden in Deutschland: Der Leitfaden für Gastfamilien (2026)

AuPairMatch
8 Min. Lesezeit
Ratgeber für Familien

Gastfamilien in Deutschland finden ihr Au-Pair selbst über eine Plattform oder über eine Agentur. Das Au-Pair ist 18 bis 26 Jahre alt, hilft höchstens 30 Stunden pro Woche mit und bekommt mindestens 280 € Taschengeld im Monat.

Dazu kommen ein eigenes Zimmer, Kost und Logis, 70 € im Monat für den Deutschkurs sowie eine Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, die ihr bezahlt. Dieser Leitfaden richtet sich an Familien in Deutschland, die zum ersten Mal ein Au-Pair suchen oder es diesmal ohne Agentur organisieren wollen. Alle Zahlen stammen aus dem Merkblatt und dem Mustervertrag der Bundesagentur für Arbeit sowie aus § 12 der Beschäftigungsverordnung (Stand September 2026). Die Sicht des Au-Pairs beschreibt unsere Länderseite Au-Pair in Deutschland.

Die Regeln auf einen Blick

ThemaRegel in DeutschlandQuelle
Alter des Au-Pairs18 bis 26 Jahre§ 12 BeschV, BA-Merkblatt
DeutschkenntnisseGrundkenntnisse auf Niveau A1§ 12 BeschV, BA-Merkblatt
Taschengeldmindestens 280 € im MonatBA-Merkblatt, BA-Mustervertrag
Stundenhöchstens 30 pro Woche und 6 pro TagBA-Merkblatt
Freizeit1,5 freie Tage pro WocheBA-Merkblatt
Urlaub20 UrlaubstageBA-Merkblatt, BA-Mustervertrag
Sprachkursdie Familie beteiligt sich mit 70 € im Monat an den KurskostenBA-Merkblatt
VersicherungKranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung, bezahlt von der FamilieBA-Merkblatt
Vertragamtlicher Mustervertrag der Bundesagentur für ArbeitBA-Mustervertrag
Dauer6 bis 12 MonateBA-Merkblatt
VisumAu-Pairs aus der EU oder dem EWR: keins; von außerhalb der EU: Visum nötig§ 19c AufenthG i. V. m. § 12 BeschV

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Merkblatt Au-pair und Au-pair-Mustervertrag (arbeitsagentur.de); § 12 Beschäftigungsverordnung (gesetze-im-internet.de); § 19c Abs. 1 Aufenthaltsgesetz. Geprüft am 11. September 2026. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Wer Au-Pair in Deutschland werden kann

Ein Au-Pair kommt für 6 bis 12 Monate zu euch, um Deutschland, eure Sprache und euren Alltag kennenzulernen. Im Gegenzug hilft es bei der Kinderbetreuung mit. Die Grundvoraussetzungen sind klar: Das Au-Pair ist 18 bis 26 Jahre alt und spricht schon ein wenig Deutsch, mindestens auf Niveau A1.

Wichtig für eure Erwartungen: Ein Au-Pair ist keine Haushaltshilfe und keine Vollzeit-Nanny. Die Bundesagentur für Arbeit spricht von Kinderbetreuung und „leichten Haushaltstätigkeiten im Zusammenhang mit den Kindern“ — also etwa das Kinderzimmer mit aufräumen oder den Kindern das Pausenbrot machen, nicht putzen, waschen oder für die ganze Familie kochen. Im Mittelpunkt stehen die Kinder und der kulturelle Austausch.

Was ihr als Gastfamilie bietet

  • Taschengeld: mindestens 280 € im Monat, jeden Monat pünktlich.
  • Zimmer und Verpflegung: ein eigenes Zimmer in eurer Wohnung und volle Verpflegung. Das Au-Pair isst mit euch und gehört zum Familienalltag.
  • Sprachkurs: Zeit für den Deutschkurs und 70 € im Monat als Beitrag zu den Kurskosten.
  • Versicherung: Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung für die ganze Zeit, bezahlt von euch. Welche Policen sinnvoll sind, erklärt unser Artikel Au-Pair-Versicherung für Gastfamilien.
  • Freizeit: höchstens 30 Stunden pro Woche und 6 Stunden pro Tag, 1,5 freie Tage pro Woche und 20 Urlaubstage.

Die vollständige Liste mit allen Pflichten findet ihr in unserer Checkliste für Gastfamilien in Deutschland. Was ein ganzes Au-Pair-Jahr mit allen Posten kostet, von der Fahrkarte bis zum höheren Verbrauch im Haushalt, rechnet unser Artikel Was ein Au-Pair-Jahr wirklich kostet durch.

Au-Pair aus der EU oder von außerhalb der EU?

Au-Pairs aus der EU oder dem EWR brauchen kein Visum und keine Genehmigung. Haltet euch trotzdem an die Regeln aus dem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit und nutzt den Mustervertrag — so wissen beide Seiten von Anfang an, woran sie sind.

Au-Pairs von außerhalb der EU brauchen ein Visum zum Zweck des Au-Pair-Aufenthalts. Rechtsgrundlage ist § 19c Abs. 1 Aufenthaltsgesetz in Verbindung mit § 12 Beschäftigungsverordnung. Das Au-Pair beantragt das Visum bei der deutschen Auslandsvertretung, also bei der Botschaft oder dem Konsulat in seinem Land; die Bundesagentur für Arbeit muss dem Aufenthalt zustimmen. Für Staatsangehörige einiger Länder, etwa Kanada, gibt es eine Ausnahme: Sie dürfen ohne Visum einreisen und den Aufenthaltstitel bei der Ausländerbehörde in Deutschland beantragen (§ 41 Aufenthaltsverordnung). Ob das für euer Au-Pair gilt, klärt ihr vorher mit eurer Ausländerbehörde. Den Ablauf aus Sicht des Au-Pairs beschreibt unser Artikel Au-Pair-Visum Deutschland: Schritt für Schritt.

So findet ihr euer Au-Pair: Schritt für Schritt

In sechs Schritten zum Au-Pair in Deutschland

1

Wünsche klären

Zeitraum, Alter der Kinder, Betreuungszeiten, Sprachen, Führerschein — und ob ein Au-Pair aus der EU oder von außerhalb der EU passt. Davon hängt ab, ob ein Visum nötig ist.

2

Familienprofil anlegen

Beschreibt ehrlich euren Alltag: Kinder, Wohnort, Zimmer, Schul- und Kitazeiten, freie Tage, Taschengeld. Wer konkret ist, bekommt passendere Anfragen.

3

Selbst suchen oder Agentur beauftragen

Auf Selbstsuche-Plattformen schreibt ihr Au-Pairs direkt an. Eine Agentur übernimmt Vorauswahl und Papierkram gegen Gebühr. Viele Familien nutzen mehrere Wege parallel.

4

Per Video kennenlernen

Mindestens ein ausführliches Gespräch, gern mit den Kindern dabei.

5

Mustervertrag unterschreiben

Den Mustervertrag der Bundesagentur für Arbeit ausfüllen: Stunden, freie Tage, Taschengeld, Sprachkurs, Versicherung. Beide unterschreiben, jede Seite behält ein Exemplar.

6

Anreise vorbereiten

Versicherungen abschließen, Sprachkurs gemeinsam aussuchen. Bei Au-Pairs von außerhalb der EU beantragt das Au-Pair rechtzeitig das Visum.

Kandidaten per Video-Call gut kennenlernen

Im Gespräch zählt mehr als ein Lebenslauf. Fragt konkret: Was hast du mit Kindern in diesem Alter schon gemacht? Was tust du, wenn ein Kind nach der Kita nicht zur Ruhe kommt? Wie viel Deutsch sprichst du, und was möchtest du in Deutschland lernen? Erzählt ehrlich von eurem Alltag, auch von den anstrengenden Seiten: frühe Morgen, Ferienbetreuung, Abende mit Babysitting. Eine ausführliche Liste findet ihr in unseren Fragen, die Gastfamilien Au-Pair-Kandidaten stellen sollten.

Auf AuPairMatch startet ihr das Video-Meeting nach dem Match direkt auf der Plattform, ohne Telefonnummern zu tauschen.

Typische Fehler — und wie ihr sie vermeidet

  • Zu viele Stunden einplanen. 30 Stunden pro Woche und 6 pro Tag sind die Obergrenze, nicht der Normalfall. Babysitting am Abend zählt mit.
  • Das Au-Pair als Haushaltshilfe sehen. Putzen, Wäsche und Kochen für alle gehören nicht dazu. Wer eine Haushaltskraft sucht, sucht kein Au-Pair.
  • Ohne schriftlichen Vertrag starten. Nehmt den Au-Pair-Vertrag auf Basis des Mustervertrags ernst; er schützt beide Seiten, wenn es einmal hakt.
  • Die Versicherung vergessen. Kranken-, Unfall- und Haftpflichtversicherung müssen ab dem ersten Tag bestehen.
  • Zu spät anfangen. Bei Au-Pairs von außerhalb der EU kommt das Visumverfahren dazu. Plant den Zeitpuffer ein, bevor ihr einen festen Starttermin zusagt.

Rechtliche Stolperfallen in Deutschland

Die Grenzen aus dem Merkblatt der Bundesagentur für Arbeit sind verbindlich: höchstens 30 Stunden pro Woche und 6 pro Tag, mindestens 280 € Taschengeld, 1,5 freie Tage pro Woche. Wird das Au-Pair faktisch als Vollzeitkraft im Haushalt eingesetzt, ist es kein Au-Pair-Aufenthalt mehr. Au-Pairs von außerhalb der EU dürfen erst mit Visum und Zustimmung der Bundesagentur für Arbeit bei euch anfangen. Diese Übersicht ersetzt keine Rechtsberatung.

Und in Österreich?

Lebt ihr in Österreich, gelten andere Zahlen. Laut Arbeitsmarktservice (AMS) ist das Au-Pair dort 18 bis 27 Jahre alt, hilft höchstens 16,5 Stunden pro Woche mit, hat mindestens einen freien Tag pro Woche und bekommt mindestens 551,10 € im Monat. Das Au-Pair ist gesetzlich sozialversichert, es gibt einen amtlichen Mustervertrag, und der Aufenthalt dauert höchstens 12 Monate. Au-Pairs aus der EU melden sich an, Au-Pairs von außerhalb der EU brauchen eine Bewilligung. Quellen: AMS-Infoblatt Au-pair, AMS-Mustervertrag 2026 und USP.gv.at, geprüft am 18. September 2026.

Warum AuPairMatch für Familien in Deutschland

AuPairMatch ist eine Selbstsuche-Plattform, keine Agentur: Ihr legt ein Familienprofil an, seht Au-Pairs mit Match-Score — wie gut passen Wünsche und Angebot zusammen — und schreibt direkt an. In der Gründungsphase ist das für Gastfamilien kostenlos, Kontaktaufnahme eingeschlossen; auch später ist kein Abo geplant. Nachrichten und Profiltexte werden automatisch in eure Sprache übersetzt, das Original ist einen Klick entfernt. Euer Profil zeigt „auf einen Blick“ Kinder, Arbeitszeit, Taschengeld und Zimmer; für Deutschland zeigt ein Haken, dass Stunden und Taschengeld im Rahmen der Regeln liegen — ein Zahlenvergleich, keine Rechtsprüfung. Über die Au-Pair-Community findet euer Au-Pair vor Ort andere Au-Pairs in der Nähe.

AuPairMatch ist 2026 gestartet und wächst; etablierte Anbieter haben mehr Profile. Viele Familien suchen deshalb auf mehreren Plattformen parallel — ein zusätzliches kostenloses Profil erweitert eure Suche.

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